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Virtuose Vagabunden

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Von: Meike Kolodziejczyk

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Enders Room eröffnen das Jazzfestival der Fabrik. Thomas Radlwimmer
Enders Room eröffnen das Jazzfestival der Fabrik. Thomas Radlwimmer © Thomas Radlwimmer

Das Jazzfestival der Fabrik Frankfurt streift „außer Haus“ in der ehemaligen Seilerei Reutlinger quer durch die Stile und Variationen des Genres

Das Jazzfestival der Fabrik steht wieder an, wegen der Umbauarbeiten in der angestammten Lokalität, der ehemaligen P. P. Heinz Ölfabrik in Sachsenhausen, wird die sechste Ausgabe allerdings „außer Haus“ abgehalten – so wie sämtliche Veranstaltungen des Frankfurter Kulturwerks seit Oktober. Als adäquate Überbrückungsstätte hat sich seitdem die frühere Seilerei Reutlinger bewährt – die übrigens nicht mehr „Alte Seilerei“ genannt darf, weil eine andere Institution, die schon länger unter diesem Namen firmiert, eine Unterlassungsklage eingereicht hat.

Doch nun lieber zum Erfreulichen: Zum Auftakt am Donnerstag gibt sich Enders Room die Ehre, ein Projekt von Johannes Enders, der zu den wichtigsten Saxofonisten des deutschen Jazz gehört. Das seit 2001 bestehende und unter anderem mit dem SWR-Jazzpreis ausgezeichnete Ensemble, das außerdem besteht aus Bastian Stein (Trompete), Karl Ivar Refseth (Vibes), Wolfgang Zwiauer (E-Bass), Gregor Hilbe (Drums, Elektronik), Rainer Böhm (Piano), agiert mit stilistischen Variationen, in denen digitale und analoge Anteile eine neuartig klingende Symbiose eingehen.

Am Freitag folgt die Formation Deadeye um den holländischen Gitarristen Reinier Baas. Er kommt mit dem Schlagzeuger Jonas Burgwinkel und dem englischen Hammondorgelspieler Kit Downes nach Frankfurt. Das Trio verlässt gern die zuweilen etwas ausgetretenen Pfade des zeitgenössischen Jazz und vagabundiert munter durch die von Soul- und Rockjazz, britischem Folk und Neuer Musik beeinflussten unterschiedlichen Stilkategorien.

Einen der sehr raren Liveauftritte des HR-Jazzensembles unter Leitung von Saxofonist Christof Lauer darf das Publikum am Samstag erleben. Seine Heimat ist das Tonstudio, wo die All-Star-Band des Hessischen Rundfunks eigene Kompositionen für den Sender aufnimmt. Eine Session mit Sebastian Sternal am Piano, Stefan Lottermann an der Posaune, Bastian Weinig am Bass, John Schröder am Schlagzeug und Fabian Dudek am Altsaxofon versprechen einen fulminanten Abschlussabend des Festivals.

Das sechste Jazzfestival der Fabrik Frankfurt läuft von Donnerstag, 17. November, bis Samstag, 19. November, in der Seilerei Reutlinger, Offenbacher Landstraße 190. Die Konzerte beginnen jeweils um 20 Uhr. Tickets und Informationen: www.die-fabrik-frankfurt.de

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