o schaut es bis auf Weiteres auch in den deutschen Kinos aus: Mario Adorf in „Es hätte schlimmer kommen können“. DFF

Deutsches Filmmuseum

Virtuell durchs Museum

  • Meike Kolodziejczyk
    vonMeike Kolodziejczyk
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Das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum (DFF) in Frankfurt erweitert wegen der Corona-Pandemie seine digitalen Angebote

Nun also auch die Kinos. Seit heute sind die Lichtspielhäuser in Hessen und der Republik geschlossen; wer Filme und Kinokultur liebt, muss sich in den kommenden Wochen mit Fernsehen, Streamingdiensten oder dem heimischen DVD-Vorrat begnügen. Cineasten können aber auch das Onlineangebot des Deutschen Filminstituts und Filmmuseums (DFF) Frankfurt nutzen.

„Wir sind gerade dabei, online so viel zur Verfügung zu stellen wie möglich“, sagt DFF-Autorin und -Sprecherin Marie Brüggemann auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Seit klar ist, dass das Museum wegen der Corona-Pandemie bis mindestens 10. April geschlossen bleibt, bemühe man sich, eine „bunte Mischung“ zusammenzustellen, um die gerade erst begonnene kulturelle Durststrecke zu überbrücken.

„Kulturangebote sind von zentraler Bedeutung für unsere Gesellschaft“, lässt dazu DFF-Direktorin Ellen Harrington verlauten. „In diesen Zeiten der Isolation müssen wir als Gemeinschaft zusammenarbeiten und Wege finden, um zu einem regulären Kulturbetrieb an den so wichtigen Orten des öffentlichen Austauschs zurückzukehren.“ Das DFF sei weiterhin für das Publikum da, indem es über den neuen Webauftritt „verschiedene mobile Ausstellungserfahrungen“ anbiete und darüber hinaus „besondere Kinomomente in einer reichhaltigen Videothek“ verfügbar“ mache.

Mit dem DFF durch die Krise klicken

Das Deutsche Filminstitutund Filmmuseum (DFF) in Frankfurt, Schaumainkai 41, ist seit Samstag, 14. März, bis voerst Freitag, 10. April, geschlossen. Die Homepage und der wöchentliche Newsletter informieren über die digitalen Angebote und zusätzliche Inhalte, die auf der Website des DFF und in den sozialen Medien verfügbar sind.
Die für März und Aprilgeplanten Veranstaltungen mit Gästen im DFF, darunter die Besuche der Schauspieler Mario Adorf und Ulrich Matthes, fallen wegen der Corona-Pandemie aus und sollen größtenteils zu einem späteren Termin nachgeholt werden. myk

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Derzeit filmten die Mitarbeiter zum Beispiel „kleine Clips“, die man sich anschauen und als einen „virtuellen Rundgang“ durch das Museum erleben könne, erläutert Marie Brüggemann.

Schon jetzt können über die Homepage des DFF zwei Ausstellungen virtuell besucht werden: Mit der Sammlung Volker Schlöndorff befindet sich eine der bedeutendsten und umfangreichsten Sammlungen zum Neuen Deutschen Film im Archiv des DFF. Schlöndorff selbst hatte dem Archiv des DFF im Juni 1992 die gesamten noch vorhandenen Unterlagen zu seinen Filmen übergeben. Seit dem 31. März 2014, Schlöndorffs 75. Geburtstag, präsentiert das DFF diese Sammlung als virtuelle Ausstellung. Auch dem Leben und Werk von Curd Jürgens kann virtuell nachgegangen werden: Der erhaltene Nachlass des weltberühmten Schauspielers, Regisseurs, Autors, Sängers und Lebemanns ist in seiner Zusammensetzung zwar eher zufällig – aber gerade das macht ihn so interessant, auch online.

Weil im Kino des DFF regelmäßig Filmschaffende aus aller Welt zu Gast sind, gibt es auch Videos von Filmgesprächen in der Online-Mediathek und auf dem YouTube-Kanal des DFF, darunter Gespräche mit Bond-Regisseur John Glen, Andreas Dresen, Caroline Link oder Michael „Bully“ Herbig.

„Ansonsten sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv auf sämtlichen Social-Media-Kanälen und geben Tipps, was man so anstellen kann in Zeiten von Corona“, sagt Sprecherin Marie Brüggemann, „zum Beispiel wenn man berufstätig ist und jetzt die Kinder zu Hause hat.“ Es geht um Cinephilie in Zeiten von Corona, das Kino als Versuchslabor, das Phänomen Filmtourismus. Und um Klopapier. So hat sich etwa Medienkurator Michael Kinzer zurückerinnert an Zeiten, in denen selbiges noch eine Nebenrolle spielte.

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