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Blick auf die Alte Brücke und die Frankfurter Sykline.

Weltkriegsbombe Frankfurt

Vielleicht kann Bombe im Main gesprengt werden

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Die Weltkriegsbombe könnte im Main gesprengt werden. Die Entscheidung fällt am Sonntag.

Die Bombe, die vor wenigen Tagen im Main gefunden wurde, könnte am Sonntag möglicherweise gesprengt werden. Dies sagte ein Sprecher des Regierungsbezirks Darmstadt. Dort ist der Kampfmittelräumdienst des Landes Hessen angegliedert. Allerdings sei die Sprengung nur eine von mehreren Optionen. Die Entscheidung müsse am Ende Sprengmeister Dieter Schwetzler fällen.

Zwei weitere denkbare Szenarien wären, die Bombe direkt im Wasser zu entschärfen oder sie für eine Entschärfung an Land zu holen. Ein Transport an Land wäre aber nicht so einfach möglich. Schwetzler sei gelernter Taucher und die Sicht im Wasser sei gut, sodass eine Entschärfung im Wasser eine praktikable Alternative sei. Welches Vorgehen schlussendlich angewandt wird, werde am Sonntagmorgen entschieden, wenn der Sprengmeister und sein Team die Bombe nochmals begutachtet hätten. Zur Unterstützung sei auch eine Tauchergruppe des Kampfmittelräumdienstes aus Rheinland-Pfalz vor Ort.

Um die Sicherheit der Anwohner zu gewährleisten, haben die Sicherheitskräfte zwei Zonen eingerichtet. Menschen, deren Häuser in der roten Evakuierungszone liegen, müssen diese bis 8 Uhr am Sonntag verlassen haben. Wer in der gelben Schutzzone wohnt, dürfe während der Entschärfung dort bleiben, müsse aber Fenster und Türen geschlossen halten.

Der Aufenthalt im Freien ist in beiden Bereichen für die Dauer der Evakuierungszeit aus Sicherheitsgründen verboten. Polizei und Stadtpolizei werden die Zonen zum Abschluss der Evakuierung nochmals kontrollieren. Die Behörden gehen von etwa 600 Menschen aus, die durch die Evakuierung ihre Häuser verlassen müssen. Betroffen sind Teile der Altstadt und Sachsenhausens – vorrangig zwischen Eiserner Steg und Alter Brücke.

Auch im Bereich des Straßen- und Schiffsverkehrs sowie im öffentlichen Nahverkehr wird es durch Sperrungen zu Behinderungen kommen. Die Buslinie 36 wird umgeleitet, U-Bahnen und Straßenbahnen sind von der Sperrung nicht betroffen.

Der Kaiserdom St. Bartholomäus liegt ebenfalls in der roten Zone. Deshalb entfallen die Messen um 8, 10 und 12 Uhr. Die Domgemeinde lädt aber alle Gläubigen um 11.30 Uhr zu einem feierlichen Gottesdienst mit Palmweihe in die evangelische Heiliggeistkirche im Dominikanerkloster ein, das außerhalb der Sperrzone an der Kurt-Schumacher-Straße liegt. Die Abendmesse um 18 Uhr sollte, wenn alles planmäßig verläuft, wieder im Dom gefeiert werden.

Betroffene Anwohner können die Betreuungsstelle im Ratskeller des Römers aufsuchen. Alternativ bietet das Deutsche Filmmuseum, Schaumainkai 41, allen Evakuierten ab 8 Uhr freien Eintritt zur Ausstellung an.

Wer bei der Evakuierung Hilfe benötigt, kann das Bürgertelefon unter 069/21 21 11 nutzen.

Was wir über die Bombe wissen

Der Sprengkörper ist eine 250-Kilo-Bombe, die im Zweiten Weltkrieg von den US-Amerikanern abgeworfen wurde.

Die Bombe wurde bei einem Übungstauchen der Frankfurter Feuerwehr entdeckt.

Die Fahrrinne des Mains wurde von der Bombe nicht blockiert. Sollte es zu einer Sprengung kommen, werde man den Sprengkörper aber in die Fahrrinne bringen, da dort das Wasser tiefer sei und die Explosion stärker gedämpft würde.

Wie lange die Entschärfung dauert, war gestern noch unklar. (mic)

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