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Jennifer und Frank Petschkuhn mit ihren Töchtern gestern auf dem Weg nach Mallorca. Christian Christes
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Jennifer und Frank Petschkuhn mit ihren Töchtern gestern auf dem Weg nach Mallorca. Christian Christes

Frankfurt

Viele wollen nach ihrer Finca sehen

  • VonSabine Schramek
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Ferienflieger nach Mallorca sind ausgebucht.

Morgens um 7 Uhr herrscht noch gähnende Leere im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens. Auch an den Check-in-Schaltern. Zwischen 6.52 Uhr und 9.55 Uhr starten am Mittwoch 31 Lufthansa-Maschinen ins In- und Ausland. Tröpfchenweise finden sich Passagiere ein. Die meisten in Anzug und Mantel mit Handgepäck, die sich ihre Bordkarten am Automaten ziehen und direkt zum Gate hasten: Geschäftsreisende. Erst gegen 7.15 Uhr kommen Leute, die Koffer und dicke Taschen bei den „Baggage Drop off“-Schaltern einchecken; andere Reisende mit Gepäckwagen, Hunden, Kleinkindern und bunten Koffern steuern die Check-in-Schalter an. Hände desinfizieren, Buchung zeigen, anstellen.

In der Schlange stehen Jennifer und Frank Petschkuhn mit vier großen Koffern und mehreren Taschen. Im Kinderwagen liegt die sieben Monate alte Lena, an der Hand ihrer Mutter strahlt Anna (4). Sie sind auf dem Weg nach Mallorca. „Wir fahren quasi nach Hause“, sagt Petschkuhn lachend. Vor acht Jahren hat die Familie ein Haus im Süden der Insel gekauft. „Seitdem verbringen wir ein halbes Jahr dort und ein halbes Jahr in Deutschland“, erklären die Petschkuhns und hieven ihr Gepäck auf die Waage.

Die Nachfrage nach Flugtickets nach Palma de Mallorca ist seit Sonntag enorm. An dem Tag hatte das Auswärtige Amt die Ferieninsel vom Status des Corona-Risikogebiets erlöst. Nun sind die Ferienflieger ausgebucht, die Fluggesellschaften stocken ihre Kapazitäten auf. Lufthansa wird zu den Osterferien ab Frankfurt von 6 auf 20 Flüge nach Mallorca erhöhen, Condor will vom 27. März an bis zu viermal täglich nach Palma starten.

Auch Reiseveranstalter wappnen sich. Alltours hat am 17. März seine Allsun-Hotels auf Mallorca geöffnet, auch Tui bietet in den Osterferien Mallorca-Reisen an. Am 20. März etwa öffnet der Robinson-Club Cala Serena, die ersten Tuifly-Flüge ab Frankfurt heben am 27. März ab. Ohne Auflagen geht es trotzdem nicht nach Malle. Wer einreisen will, braucht einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist. Auf der Ferieninsel gelten Maskenpflicht und eine Ausgangssperre zwischen 22 und 6 Uhr morgens. Das Auswärtige Amt rät weiterhin, auf nicht unbedingt notwendige Reisen zu verzichten.

Marita J. und ihre Mutter Silvia stört das nicht. „Meine Mutter ist alt. Sie will raus, und wer weiß, wie oft sie noch dahin reisen kann“, sagt J. Sie blieben länger und hielten Abstand, erklärt sie. Die meisten Leute, die am Mittwoch in die Flugzeuge steigen, haben eigene Häuser auf Mallorca. „Ich muss hin wegen meiner Immobilie. An Weihnachten wurde renoviert, und ich muss sehen, wie es aussieht“, sagt Gustav Lohse. So wie ihm geht es vielen, die ein Haus oder eine Finca auf der Sonneninsel besitzen. Sie haben die Corona-Zeit für Renovierungen genutzt und wollen nach dem Rechten sehen.

Anders die acht Männer, die mit riesigen schwarzen Taschen mit Porsche-Aufschrift zum Schalter eilen. „Wir müssen nach Mallorca“, sagt einer von ihnen fast entschuldigend. Sie sind Mechaniker, die für einen Motorsporttest auf die Insel reisen. Was genau getestet wird, verraten sie nicht, nur so viel: „Es sind Rennwagen.“

PR-Berater Sven Müller reist mit kleinem Gepäck. „Ein Freund hat Geburtstag. Deshalb fliege ich bis Sonntag nach Mallorca und wohne privat in einem Häuschen.“ Müller ist seit Februar 2020 nicht mehr verreist. „Ich war noch in Ischgl. Zum Glück hat es mich dort nicht erwischt“, sagt er. Den Flug zu buchen sei leicht gewesen. „Sogar der Preis hat noch gestimmt.“ Zur Reise hat er sich nur entschlossen, weil Mallorca nicht mehr als Risikogebiet zählt. „Sonst wäre ich hiergeblieben. Man soll nichts riskieren.“

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