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Allein an den Grundschulen wird es dieses Schuljahr voraussichtlich rund 1000 Schüler mehr geben.  

Statistik

So viele Schüler wie nie in Frankfurt

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Eine Rekordmarke wurde in Frankfurt bei der Anzahl der Schülerinnen und Schüler in diesem Schuljahr geknackt. Aber nicht in allen Schulformen steigen die Zahlen.

Die Marke ist geknackt: Mehr als 100 000 Kinder und Jugendliche besuchen in diesem Schuljahr eine Schule in Frankfurt. Das sind so viele wie nie zuvor. „Vergangenes Jahr lagen wir noch knapp unter dieser Zahl“, sagte Evelin Spyra, die Leiterin des Staatlichen Schulamts Frankfurt, am Freitag. „Jetzt sind es erstmals mehr als 100 000.“

In fast allen Schulformen steigen die Schülerzahlen. Allein an den Grundschulen wird es laut Prognosen mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler mehr geben. Auch G9-Gymnasien und integrierte Gesamtschulen (IGS) besuchen nun mehr Schüler. An den Förderschulen hingegen sinkt die Schülerzahl. „Das liegt an der Inklusion“, sagte Spyra. Denn mehr Kinder mit Förderbedarf besuchten nun Regelschulen. Waren im vergangenen Schuljahr 1864 Kinder in der Inklusion, werden es in diesem voraussichtlich 2100 sein. „Den Löwenanteil in der inklusiven Beschulung tragen dabei die integrierten Gesamtschulen und Grundschulen“, sagte Spyra.

225 Lehrkräfte wurden für das Schuljahr 2019/2020 neu eingestellt: 52 Grundschullehrer, 21 Förderschullehrer, 48 Hauptschul-, Realschul- und IGS-Lehrer, 84 Gymnasiallehrer, 20 Berufsschullehrer. sabu

Auch wurden in der Sekundarstufe I weniger Intensivklassen für Kinder mit fehlenden Deutschkenntnissen gebildet als im vorigen Schuljahr, dafür mehr in den Grundschulen. „Bei der Zuwanderung gibt es eine Verschiebung in der Altersstruktur“, sagte Carine Kleine-Jänsch vom Staatlichen Schulamt. Mehr jüngere Kinder müssen nun in Intensivklassen Deutschkenntnisse erwerben.

Die Versorgung mit Lehrkräften sei in Frankfurt gut, sagte Spyra, die Stellen seien besetzt. Dennoch gebe es auch nach Schuljahresbeginn noch die Möglichkeit, Lehrkräfte einzustellen. Und zwar in den Schulformen und für die Fächer, in denen ein allgemeiner Mangel herrscht: Grundschul- und Förderlehrer werden immer gesucht, genauso wie Lehrer für Mathe und in den Naturwissenschaften – vor allem für Physik. „Da hätten wir auch unterjährig Stellen frei“, sagte Spyra – damit bei Engpässen schnell reagiert werden könne, denn diese Lehrer sind schwer zu bekommen.

Wie jedes Jahr mussten Schülerinnen und Schüler beim Übergang von der vierten in die fünfte Klasse Schulen zugewiesen werden. 537 haben keinen Platz an einer ihrer Wunschschulen erhalten. Das sind zwar weniger als im vergangenen Schuljahr mit 602, „allerdings ist der Lenkungsbedarf im IGS-Bereich massiv gestiegen“, sagte Spyra. Von 154 Kinder auf 281. „Das ist ein neues Phänomen.“ Denn vorher waren vor allem die traditionellen Gymnasien überlaufen, Kinder mussten an die neuen zugewiesen werden. Doch die neuen Schulen wie Adornogymnasium und Gymnasium Nord haben sich inzwischen etabliert. Jetzt tritt das Problem an den integrierten Gesamtschulen auf. Und Spyra geht davon aus, dass Zuweisungen „uns auch die nächsten Jahre beschäftigen werden“.

Schulplätze gibt es aber nach Ansicht Spyras genügend. Auch wenn die Stadt im kommenden Jahr erstmals seit 2015 keine neue Schule eröffnet. Bisher hat das Staatliche Schulamt keine Planungsgruppe einberufen, die im Jahr vor einer Gründung eine Schule pädagogisch gestaltet. Spyra geht auch nicht davon aus, dass die Stadt auf die Schnelle noch eine Schule für das nächste Jahr errichten lässt.

Entwicklung der Schülerzahlen

Rund 66 000 Schülerinnen und Schüler besuchen voraussichtlich in diesem Schuljahr in Frankfurt eine öffentliche allgemeinbildende Schule . Mit Privat- und Berufsschülern sind es mehr als 100 000. 6650 Kinder wurden eingeschult, 6320 haben in die Jahrgangsstufe 5 gewechselt.

Entwicklung der Schülerzahlen an öffentlichen allgemeinbildenden Schulen: Grundschulen 25 002 (+1019 im Vergleich zum Vorjahr), Hauptschulen und -zweige 1474 (-51), Realschulen und -zweige 5746 (-18), G9-Gymnasien 13 613 (+1839), G8-Gymnasien 1743 (-78), IGS 9262 (+525), Förderschulen 1872 (-240).

Privatenschulen werden von 7104 Schülerinnen und Schülern besucht.
Auf eine Berufsschule gehen 27 582 Schülerinnen und Schüler.

50 Intensivklassen wurden für dieses Schuljahr in der Sekundarstufe I gebildet, im Jahr davor waren es 54. 29 Intensivklassen gibt es an den Grundschulen, zuvor waren es 25. 838 Kinder und Jugendliche sind aus den Intensivklassen in diesem Schuljahr in eine Regelklasse, in die Berufsschule oder in eine Ausbildung gewechselt.

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