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Knabbern auch gerne an Dichtungsgummis. 

Bergen-Enkheim

Zu viele Ratten in Bergen-Enkheim

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Bürger klagen über ein vermehrtes Auftreten der Nager. Der Ortsbeirat und die Stadt wollen helfen.

Dass es in Bergen-Enkheim in den vergangenen Monaten vermehrt zu unliebsamen Begegnungen mit Kleintieren kam, schien Ortsbeiräten und Bürgern nicht neu. Eine Enkheimerin meldete sich in der Sitzung am Dienstag verzweifelt zu Wort und schilderte, innerhalb weniger Monate hätten Ratten mehrmals ein Dichtungsgummi an ihren Kanalanschlüsse vernichtet. Der Ortsbeirat sagte Unterstützung zu.

„Im letzten Jahr habe ich das Gummi erst ersetzen lassen, jetzt ist es schon wieder weg“, klagte sie. Sie habe den Eindruck, Rattenbefall sei ein generelles Problem im Stadtteil geworden. Das gelte besonders in Enkheim, wo die Hochwassergefahr bei Starkregen durch das Hanggefälle sehr hoch ist. „Wenn das Problem bei Hausbesitzern nicht bekannt ist und Keller unbemerkt volllaufen, weil Dichtungsgummis aufgefressen wurden, zahlt auch die Versicherung nicht.“ Ein weiterer Bürger bestätigte, auch er würde in der Nähe es U-Bahnhofs Enkheim häufig Ratten sehen.

„Wenn man die nachtaktiven Tiere schon tagsüber sieht, kann man von einer Plage sprechen“, sagte Ellen Wild (BFF). Ende September wurde bereits ein diesbezüglicher Antrag verabschiedet, dass besonders im Bereich Landgraben, Marktstraße, Schelmenburgplatz und am weißen Turm vermehrt gegen Ratten vorgegangen werden soll. Auch Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese (CDU) sagte der Bürgerin zu, der Ortsbeirat würde sich verstärkt mit dem Thema auseinandersetzen. „Die Plage ist vorhanden“, stimmte Eberhard Schwarz (SPD) zu und sah das Problem vor allem darin, dass viele Bürger Essensreste in der Toilette statt der Biomülltonne entsorgen würden.

„Lebensmittel haben im Kanal nichts zu suchen“, bestätigt Michael Voß, Leiter der Abteilung Abwasser des Amts für Stadtentwässerung. „Das ist ein wesentlicher Faktor, dass sich die Tiere dort aufhalten und wohlfühlen können.“ Lebensmittel richtig zu entsorgen, Tauben und Enten nicht zu füttern und „Keller, Schuppen und Höfe zur Reduzierung von Nistmöglichkeiten“ zu entrümpeln, führt das Amt als einfache Vorsorgemaßnahmen auf ihrer Webseite an.

„Wenn uns ein Befall gemeldet wird gehen wir dem selbstverständlich nach“, so Voß. Eine flächendeckende Bekämpfung sei aber schwierig. „Das Kanalnetz ist sehr groß, da wir mit Giften arbeiten, müssen wir vorsichtig sein. Die Stoffe sind mittlerweile fast in jedem Fisch nachweisbar.“

„Sobald sich die Ratten auf Privatgrundstücken befinden, sind die Eigentümer selbst zuständig.“ Er empfiehlt einen Kammerjäger oder eine Firma, die sich auf die Bekämpfung von „Ungeziefer“ spezialisiert haben hinzuzuziehen. Eine Bekämpfung könne sogar vom Ordnungsamt angeordnet werden, heißt es auf der Webseite.

Wie Tauben und andere Tiere könnten Ratten zwar potentiell Krankheiten, wie Salmonellen oder Leptospiren, übertragen. „Dass hier auch Ratten leben, ist in der Regel nicht problematisch, weil die Überhandnahme ja bekämpft wird und selten direkter Kontakt besteht“, so Voß. Dem Problem in Bergen-Enkheim werde man sich selbstverständlich annehmen.

Hinweise zu Rattenkönnen unter 212 33644 oder an poststelle.eb68@stadt- frankfurt.de gerichtet werden. Infos: stadtentwaesserung-frankfurt.de

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