Multifunktionsarena

Viele offene Fragen zu Plänen für Arena in Frankfurt

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Eine eigene S-Bahn-Station für die Halle ist schwer zu realisieren, und der Kauf des Grundstücks könnte sich auch schwierig gestalten.

Die Fraport verkauft ihr Grundstück nördlich des Flughafens an die kanadische Katz Group, die überbaut mit ihrer Multifunktionsarena die Bundesstraße 43 und errichtet an der Halle auf eigene Kosten eine S-Bahn-Station für die bis zu 23 000 Zuschauerinnen und Zuschauer. So sehen – etwas zugespitzt – die Pläne aus, die die Investoren am morgigen Freitag am Flughafen vorstellen werden. Tatsächlich aber hat das Projekt noch einige Hürden zu nehmen, wie Nachfragen bei Fraport, Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und Hessen Mobil ergaben.

Grundsätzlich stehe die Flughafenbetreiberin dem Bau einer großen Halle auf ihrem Grundstück positiv gegenüber, sagte Fraport-Sprecherin Sandy Chen: „Es sind aber noch viele Fragen zu klären.“ Zum Beispiel: Darf die Fraport das Gelände ohne Ausschreibung an einen Bauherren verkaufen oder in Erbpacht vergeben? Die Katz Group hat dazu ein Rechtsgutachten erstellen lassen, wonach ein solches Verfahren möglich ist. Doch bei der Fraport ist man noch nicht überzeugt. Auch die Vergabemodalitäten müssten noch geprüft werden, sagte Chen.

Bleibt die Frage nach der Verkehrsanbindung. Die Investoren wollen die B43 auf einer Strecke von rund 100 Metern überbauen, wobei die Unterführung nach Norden hin offen wäre. Rechtlich ist das wohl zulässig, auch unterhalb des Gebäudekomplexes „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen gibt es eine entsprechende Unterführung. Hessen Mobil, Betreiber der Autobahnen in Hessen, hatte aber bereits im Juni auf FR-Anfrage mitgeteilt, dass man auch die Auswirkungen auf das Frankfurter Kreuz prüfen müsse.

Bahnen sind jetzt schon voll

Damit viele Besucherinnen und Besucher von Sportveranstaltungen und Konzerten mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, will die Katz Group auf eigene Kosten eine S-Bahn-Station direkt an der Halle bauen. Diese soll von den Linien S8 und S9 angefahren werden – allerdings nur bei Veranstaltungen in der Arena.

Doch ganz so einfach ist das nicht, gab ein Sprecher des RMV am Dienstag auf Anfrage der FR zu bedenken. Ein zusätzlicher Halt verringere immer die Kapazitäten einer Linie. Die S8 und S9 seien ohnehin schon stark ausgelastet, durch die Station Gateway Gardens, die im Dezember eröffnet, kämen weitere Fahrgäste hinzu.

Die Katz Group will die Halle am Flughafen innerhalb von zwei Jahren bauen – kann aber erst beginnen, wenn alle Genehmigungen vorliegen.

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