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Dicht an dicht laufen die Menschen am Tag nach dem 2. Weihnachtsfeiertag über die Zeil. 

Frankfurt

Viele Menschen mit vollen Tüten

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Kaum ist Weihnachten vorbei, zieht es die Menschen schon wieder in die Geschäfte. Manche nutzen Gutscheine, andere müssen noch verspätete Geschenke besorgen. Nicht jeder freut sich über die Menschenmassen.

Wer am Freitagnachmittag über die Zeil schlenderte, hätte glatt das Gefühl bekommen können, dass jetzt bald Weihnachten sein muss. Zahlreiche Menschen schlängelten oder drängelten sich aneinander vorbei. Manche mit kleinen, fast unauffälligen Einkaufstüten, andere mit großen und prall gefüllten Plastik- oder Papierbeuteln. Der erste Werktag nach den Weihnachtsfeiertagen schien wie eine Initialzündung für viele zu sein. Touristen, Einheimische und Menschen, die zwischen den Jahren mal wieder Verwandte besuchen, drängten gleichermaßen über die große Frankfurter Einkaufsmeile.

Auch manche Schausteller nutzten die Gunst des Tages, um mit ihrer Musik etwas Geld zu verdienen. An der Hauptwache spielte ein Schotte (stilecht trotz Kälte im Kilt) auf seinem Dudelsack ein paar Melodien. Demonstrativ hatte er die Europaflagge an seinem Musikinstrument befestigt.

Auf Höhe des Einkaufszentrums MyZeil legte sich der bekannte Künstler mit der Pferdemaske ins Zeug und trommelte wild herum. Eine große begeisterte Traube Menschen hatte sich bereits um ihn gebildet.

Doch nicht jeder hatte Zeit, um für etwas Kleinkunst zu verweilen. Viele Menschen liefen mit ihren Einkaufstüten schnellen Schrittes über die Zeil. Die Entschleunigung der Weihnachtsfeiertage war wohl bereits wieder verflogen. Ein Pärchen eilte zügig zum Zug und hatte keine Zeit mehr für ein Gespräch. „Wir sind aus Baden-Württemberg“, rief der junge Mann noch schnell, als sei es eine Entschuldigung für den hastigen Abgang.

Etwas mehr Zeit hatte Ilona Scheer aus Nordhessen. Sie war mit ihrem Jungen nach Frankfurt gekommen, um einen Mutter-Sohn-Tag in der Stadt zu verbringen. „Wir wollten shoppen gehen“, sagte sie. Sie hätten bereits einige Geschäfte durchstöbert – und waren auch schon fündig geworden, wie die Tüte in ihrer Hand verriet.

Denise Bless hatte ihre Tragetaschen am Boden abgestellt, während sie auf ihren Mann wartete. „Wir sind aus der Schweiz hier und besuchen meine Schwiegereltern.“ Diese wohnen in Dreieich, und da sei Frankfurt eine nahe gelegene Einkaufsmöglichkeit. Gutscheine habe die Schweizerin nicht zu Weihnachten bekommen, aber sie habe trotzdem in einigen Geschäften zugeschlagen.

Jan Anders lief mit einer Einkaufstüte des Eintracht-Fanshops über die Zeil. „Da ist ein Weihnachtsgeschenk für einen Freund drin“, verriet er. Vor Heiligabend sei die Größe nicht verfügbar gewesen, deshalb bekomme der Freund das Ganze nun etwas verspätet. In der Regel vermeide der Frankfurter die Stadt. „Besonders, wenn es so voll ist“, sagte er mit Blick auf die vorbeiziehenden Menschenmassen. Begleitet wurde er von einem Freund aus Australien, der über Weihnachten zu Besuch gekommen war. „Wir machen jetzt noch etwas Sightseeing“, sagte Anders.

Nahe einer Sitzbank stand Alexander Gerhardt und verschnaufte etwas vom Einkaufsbummel. „Ich bin bewusst heute einkaufen gegangen“, sagte der Frankfurter. Vor Weihnachten sei keine Zeit dafür gewesen, und nun kaufe er eben die Dinge, die er benötige.

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