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Arbeitsmarkt

So viele Beschäftigte wie nie in Frankfurt

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Der Frankfurter Arbeitsmarkt boomt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs hat den höchsten Stand aller Zeiten erreicht. Doch es gibt auch negative Entwicklungen.

Erstmals gehen in Frankfurt mehr als 600.000 Menschen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Diese Marke wurde nach einem Bericht der städtischen Statistiker bereits zum Stichtag 31. März übersprungen. Seit 2009 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um fast 108.000 gewachsen. Das entspricht einer Steigerung von 21,9 Prozent.

Dabei beschleunigte sich das Stellenwachstum zuletzt enorm. Allein in den vergangenen fünf Jahren kamen fast 77.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze hinzu. Die Zahl der Jobs wächst also noch deutlich rasanter als die Frankfurter Einwohnerzahl, die im Sommer auf einen Höchststand von mehr als 752 000 kletterte.

Parallel zu dem massiven Jobaufbau ist die Arbeitslosenquote für Frankfurt in den vergangenen Jahren stark gesunken. Im Oktober lag sie bei 4,9 Prozent. Dazu trug bei, dass auch gering Qualifizierte deutlich bessere Chancen haben als früher, einen Job zu finden. Die Zahl der Beschäftigten in Helferberufen wuchs in den vergangenen fünf Jahren um 29,4 Prozent.

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Bei einem großen Teil der neuen Arbeitsplätze handelt es sich allerdings nicht um reguläre Vollzeitjobs. So ist der Anteil der Teilzeitbeschäftigten dem städtischen Bericht nach in den vergangenen zehn Jahren um 78,1 Prozent gewachsen. Die Anzahl der Vollzeitstellen stieg dagegen nur um 9,9 Prozent. Und die Zahl der in Vollzeit beschäftigten Frauen legte seit 2009 sogar nur um 2,8 Prozent zu.

Auch hessenweit steigt der Anteil von Teilzeitbeschäftigten weiter an. Im vergangenen Jahr lag er nach Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit bei 34 Prozent – und damit neun Prozentpunkte über dem Wert des Jahres 2008. Von den weiblichen Beschäftigten in Hessen ist mehr als jede Zweite in Teilzeit tätig, von den Männern nur jeder Sechste.

Diese Zahlen dürften noch steigen. So gehen etwa die Autoren des IAB-Betriebspanels zur Personalsituation in Hessen davon aus, dass das seit diesem Jahr geltende Rückkehrrecht von befristeter Teilzeit auf die vorherige Arbeitszeit dazu führen wird, dass noch mehr Menschen zumindest teilweise in Teilzeit tätig sein werden. Doch Teilzeitjobs und befristete Jobs bieten, wie es in dem Bericht heißt, nicht nur geringere Verdienstmöglichkeiten. Sie „können sich darüber hinaus negativ auf die Karriereaussichten und die allgemeine Lebensplanung auswirken.“

Unter den Berufsgruppen mit besonders vielen Beschäftigten wuchs die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs im Bereich Informatik/Informations- und Kommunikationstechnik in Frankfurt am stärksten. Sie stieg um 36,6 Prozent. Die Frankfurt immer noch stark prägende Finanzbranche legte dagegen mit einem Plus von 8,1 Prozent stark unterdurchschnittlich an Beschäftigten zu.

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