Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Besonders in der Gastronomie reicht der Verdienst des Personals nicht zum Leben (Symbolbild).
+
Besonders in der Gastronomie reicht der Verdienst des Personals nicht zum Leben (Symbolbild).

Löhne in Frankfurt

Viele Angestellte brauchen Zweitjob in Frankfurt

  • Friederike Tinnappel
    vonFriederike Tinnappel
    schließen

Trotz Mindestlohn kommen viele Angestellte mit ihrem Gehalt nicht über die Runden. Besonders Beschäftigte in der Gastronomie sind betroffen - vielen droht Altersarmut.

Über 4000 Minijobber gibt es allein im Frankfurter Gastgewerbe. Darauf hat jetzt der Geschäftsführer der Gewerkschaft „Nahrung, Genuss, Gaststätten“, Peter-Martin Cox, hingewiesen. Cox beruft sich auf Zahlen der Agentur für Arbeit. Danach ist die Zahl der Erwerbstätigen, die neben einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz noch einen Minijob haben, im Gastgewerbe in den letzten zehn Jahren um 130 Prozent gestiegen. Branchenübergreifend gebe es rund 32.200 Zweitjobber in der Stadt – das seien im Vergleich zu 2007 etwa 46 Prozent mehr.

Cox spricht von einem „alarmierenden Trend“. Es könne nicht sein, dass immer mehr Menschen mit einem „normalen Arbeitsverhältnis“ nicht über die Runden kommen. Zwar zeige der Frankfurter Arbeitsmarkt steigende Beschäftigungszahlen, doch weise die hohe Zahl der Zweitjobber auf eine zum Teil schlechte Bezahlung hin. Dringenden Handlungsbedarf sieht der Gewerkschafter auch in der Politik. Wenn laut Arbeitsagentur jeder siebzehnte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte einen Nebenjob hat, „dann ist etwas aus dem Ruder gelaufen“. Der gesetzliche Mindestlohn von derzeit 8,84 Euro die Stunde sei zwar ein erster wichtiger Schritt gewesen, um extreme Niedriglöhne abzuschaffen. Doch reiche er nicht aus, um als Vollzeitbeschäftigter in Frankfurt eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Perspektive Altersarmut

Zugleich müsse sich die nächste Bundesregierung dringend um das Thema Rente kümmern. „Ein Großteil der Menschen, die heute auf einen Zweitjob angewiesen sind, wird im Alter mit Armutsbezügen leben müssen.“

Mit Blick auf das Gastgewerbe kritisierte Cox, es dürfe nicht zu einer reinen Minijobberdomäne werden. „In Hotels, Pensionen und Restaurants brauchen wir mehr gelernte Voll- und Teilzeitbeschäftigte“, erklärte der Gewerkschafter. Aushilfen könnten auf Dauer keine Fachkräfte ersetzen. Schon heute seien die Klagen über fehlende Köche und Oberkellner groß. Doch die gewinne man nur, wenn man gute Löhne zahle. Cox plädierte dafür, dass Tarifverträge in allen Betrieben einer Branche gelten sollen – auch wenn ein Unternehmen nicht im Arbeitgeberverband ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare