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Hier soll einmal das Baugebiet Bonames-Ost entstehen - Frankfurts erster autoarmer Stadtteil. (Archivbild)
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In neuen Baugebieten in Frankfurt sollen viel mehr Sozialwohnungen entstehen müssen als bisher.

Koalition in Frankfurt

Viel mehr Sozialwohnungen in Frankfurt geplant

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Die neue Koalition im Frankfurter Römer will die Quoten für geförderten Wohnungsbau deutlich erhöhen. Zugleich soll die Stadtplanung mehr vom Grün gedacht werden.

In Frankfurt soll deutlich mehr bezahlbarer Wohnraum entstehen. Gleichzeitig soll dies in einer Weise geschehen, die so klimagerecht und ressourcenschonend wie möglich ist, und die Stadtplanung soll viel stärker vom Grün her gedacht werden. Das ist das zentrale Ziel, das sich die neue Koalition von Grünen, SPD, FDP und Volt gesetzt hat.

Dabei nimmt sich das Bündnis viel vor. 1000 zusätzliche Sozialwohnungen sollen pro Jahr hinzukommen. Dazu wird der Baulandbeschluss kräftig verschärft. Investoren sollen in neuen Baugebieten statt 30 Prozent künftig zur Hälfte geförderten Wohnraum schaffen müssen, davon 35 Prozent als Sozialwohnungen und 15 Prozent als Wohnungen des zweiten Förderwegs. Weiterhin müssen 15 Prozent der Fläche an gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnprojekte vergeben werden und zu zehn Prozent frei finanzierte Mietwohnungen entstehen. Neu ist eine Quote von fünf Prozent für Wohnraum für Studierende und Auszubildende. Projektentwickler dürfen also nur noch zu 20 Prozent Eigentumswohnungen errichten.

Die Stadt Frankfurt soll in großem Stil Belegrechte für Wohnungen kaufen

Die städtische Wohnungsgesellschaft ABG soll nach dem Koalitionsvertrag sogar zu 60 Prozent geförderte Wohnungen bauen müssen, davon 40 Prozent im ersten und 20 Prozent im zweiten Förderweg. Trotz dieser deutlich höheren Vorgaben geht die Koalition davon aus, dass sie auch in großem Stil Belegrechte für bestehende Wohnungen erwerben muss, um ihr Ziel zu erreichen. Sie will sich auf diese Weise etwa jede vierte Wohnung sichern, die bei der ABG frei wird.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) hob am Freitag besonders hervor, dass die Stadt es mit einem kommunalen Wohngeld ihrer Wohnungsgesellschaft ermöglichen soll, die Mieten in bestimmten Fällen zu senken. Von dem Programm profitieren Haushalte, die Anspruch auf eine geförderte Wohnung haben. Wer etwa eigentlich in einer Sozialwohnung leben dürfte, aber bei der ABG eine Miete von bis zu 8,50 Euro pro Quadratmeter zahlt, soll nur noch 6,50 Euro pro Quadratmeter berappen müssen. Die ABG soll die Mieten zudem weiterhin höchstens um fünf Prozent in fünf Jahren erhöhen dürfen.

Die Koalition will ökologische und soziale Musterquartiere entwickeln

Trotz der Klimakrise sollen weiterhin auch Wohnquartiere im Außenbereich entstehen können. So soll etwa weiter die Entwicklung großer Quartiere beidseits der A5 im Nordwesten der Stadt geprüft werden. Als Maxime gilt dabei, ökologisch, sozial und nachhaltig zu bauen, mit viel Grün, wenig Verkehr. Entsprechende Musterquartiere will die Stadt etwa am Hilgenfeld, am Gutleuthafen und im Lurgi-Areal schaffen. Gleichzeitig will die Koalition etwa die Planungen für die Günthersburghöfe im Nordend neu beginnen. Ein städtebaulicher Entwurf soll erarbeitet werden, nach dem nur die versiegelten Flächen im Bereich bebaut werden – und das sozial vielfältig und nachhaltig.

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, will die Koalition die ABG, aber auch andere Bauträger dazu bringen, im Plusenergiehausstandard zu bauen. Ein Umbau soll künftig klar Vorrang vor dem Abriss von Gebäuden haben. Alle städtischen Immobilien sollen energetisch saniert werden.

Der Bau von Wohntürmen soll in Frankfurt möglich bleiben

Bei der Ausweisung neuer Hochhausstandorte will die Koalition zurückhaltend sein. Prinzipiell sollen aber auch neue Wohntürme entstehen können.

Die Hauptwache soll modernisiert und neu gestaltet werden. Dabei geht es insbesondere um eine Lösung für das Loch im Platz, den riesigen Abgang zur B-Ebene. Die Stadt soll zudem daran arbeiten, die Attraktivität des Zentrums wieder zu erhöhen. Dazu will die Koalition neue kulturelle und öffentliche Nutzungen in der bisher vom Konsum geprägten City ansiedeln. Leerstehende Läden sollen kreativ zwischengenutzt werden.

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