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Heidi Mund, hier ein Archivbild aus ihrer aktiven Fragida-Zeit, hat zu einer Kundgebung für die Opfer des 17. Juni 1953 aufgerufen.

Kundgebung in Frankfurt

Viel Lärm um Heidi Mund

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Vom Merkelregime, britischen Bomben und weiteren Monstern: Ex-Pegida-Anhängerin Heidi Mund ruft zur Demo auf dem Paulsplatz auf. Eigentlich will sie aber an den DDR-Volksaufstand vor 65 Jahren erinnern.

Die ehemalige Pegida-Aktivisten Heidi Mund hatte in einem tränenreichen Video zu einer Kundgebung am Sonntagvormittag auf dem Paulsplatz gerufen. Mit 500 Gästen hatte sie gerechnet, am Ende folgten zwischen 50 und 60 Sympathisanten ihren Ruf. Die Zahl der Polizisten war noch um einiges höher, denn jenseits der Absperrung stand die wohl größte Gruppe: Mehr als 100 Gegendemonstranten hatten sich eingefunden, um Heidi Mund zu zeigen, was sie von ihrer Kundgebung anlässlich des 65 Jahrestags des Volksaufstands in der DDR hielten.

Von dieser Thematik war anfangs erstmal weniger zu hören. Das lag erstens daran, dass die Glocken der Paulskirche so vehement läuteten, dass die Kundgebung zehn Minuten später erst starten konnte. Zum zweiten war selbst dann die Rede von Heidi Mund äußerst schwer zu verstehen, da die Gegendemonstranten mit Trillerpfeifen, Ratschen und Trommeln ordentlich Lärm machten und ihre Sprechchöre weithin zu hören waren.

Während die Menschen jenseits der Absperrung also „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“ skandierten, dankte Mund erst mal ihren Mitdemonstranten, dass sie so zahlreich erschienen seien. Hinter ihr hing ein Transparent mit dem Schriftzug „Jesus Christus gehört zu Deutschland“. „Der Islam hat nichts mit der Geschichte Deutschlands zu tun. Jesus aber schon, denn in jeder Stadt steht eine Kirche“, deutete Mund messerscharf. Dass die Glocken eines Gotteshauses ihre Demo etwas verzögert hatten – geschenkt.

Merkelregime, britische Bomben und weitere Monster

Dann holte die ehemalige Pegida-Aktivistin etwas weiter aus. Sie sprach über das Merkelregime, britische Bomben, die deutsche Städte einst verbrannten und etwas nebulös über weitere Monster, die es noch in der Welt gebe. Wichtig war ihr die Aussage, dass sie und ihre Anhänger weder Nazis noch Rassisten seien. „Gott ist für Deutschland“, sagte Mund bevor passend zum Sonntag das Vaterunser gebetet wurde.

Kurz darauf folgte die Hymne der DDR, deren Worte Mund sich immer wieder durchlese. Sie wolle, dass die Sonne über Deutschland wieder scheine. Am Wetter gab es am Sonntagvormittag eigentlich wenig auszusetzen, wohl aber – aus Sicht von Heidi Mund – am ohrenbetäubenden Lärm der Gegendemonstranten. „Es ist zu laut“, rief sie und forderte  die Polizei auf, dafür zu sorgen, dass die Gegner leiser sind. „Kann ich mich auf die deutsche Polizei in Frankfurt verlassen?“, fragte Mund. Doch die Beamten ließen die Menschen jenseits der Absperrung weiter friedlich aber lautstark protestieren.

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