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Nathalie Schroeder und Manuel Borschel vom KFZ-Referat hatten die Idee für die Hilfsaktion für den Bockenheimer Büchermarkt. Rolf Oeser
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Nathalie Schroeder und Manuel Borschel vom KFZ-Referat hatten die Idee für die Hilfsaktion für den Bockenheimer Büchermarkt.

Frankfurt

Viel Hilfe für Bockenheimer Büchermarkt nach Brand

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
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Vor kurzem brannte der Bockenheimer Büchermarkt. Viele Menschen wollen nun den beiden Rentern Rosa und Paul mit Sach-und Geldspenden helfen.

Rosa sagt, sie habe geweint, als sie den schlimmen Aufweck-Anruf von der Uni bekam, dass der Bockenheimer Büchermarkt um 4.20 Uhr gebrannt hatte. Nur wenige Bücher oder Dinge wie etwa Gläser konnte die Feuerwehr retten. 70 Prozent der Ware sei verbrannt. Immer noch stehen die Container mit der Asche unweit des alten Bockenheimer Uni-Campus.

Anderthalb Wochen später ist die zierliche 84-Jährige, die hier seit 20 Jahren ihrem Chef „Paul“ hilft, wieder hoffnungsvoller. Ihre Nachnamen wollen die beiden Seelen des Büchermarktes, die hier ihre kleine Rente mit dem Verkauf von gebrauchten Büchern und einem kleinen Flohmarkt-Stand aufbessern, nicht gerne in der Zeitung lesen. Sie bleiben lieber im Hintergrund. Um so mehr freuen sie sich, dass an diesem Montag so viele Menschen aus der ganzen Stadt kommen und kistenweise und sogar schubkarrenweise aussortierte Bücher, aber auch Kleidung vorbeibringen.

Ein Herr aus Sachsenhausen stellt eine Kiste ab und sagt: „Da ist mein ganzes Chemiestudium drin. Aber meine Frau hat auch normale Literatur dazu gepackt.“ Eine Spenderin sagt: „Wer macht denn so etwas? War der Brand Absicht oder Dummheit?“ Die Polizei geht derzeit von Brandstiftung oder Fahrlässigkeit aus. Vor ein paar Jahren hätte schon mal der Büchermarkt gebrannt, an Silvester, erzählt Rosa.

Monika Matuschek aus Rödelheim hat von der Hilfsaktion durch eine Bekannte, die es auf Twitter las, erfahren. Manche Bücher sind sogar noch in Plastikfolie eingepackt. „Ich habe auch noch neue Stiefel im Auto, wollen Sie die?“, fragt sie Rosa.

Rosa bedankt sich, freut sich von Herzen. „So viel Liebe haben wir bekommen“, sagt sie. Paul, der hier seit 30 Jahren Bücher verkauft, nickt und sagt: „Ich selbst habe weder Telefon noch Internet, aber im Internet gab es wohl den Spendenaufruf.“ Rosa zeigt auf Nathalie Schroeder. Schroeder und Manuel Borschel arbeiten unweit des Büchermarkts bei der KFZ-Referat Autovermietung. Sie hatten die Idee, Rosa und Paul zu helfen, posteten auf Instagram Bilder der verbrannten Lagerbestände, baten Leute, Bücher und Gegenstände zu spenden. Außerdem stellten sie eine Spendenbox in ihrem Büro auf. „Rosa war nach dem Brand sehr traurig, wir wollten sie unterstützen“, erzählt Schroeder. Ihr Kollege sagt: „Die Hälfte unserer Anrufe bei der Autovermietung waren Leute, die helfen wollen.“ Auch der Facebook-Aufruf des Stadtführers Sascha Mahl habe sehr geholfen. „Sein Beitrag wurde sehr oft geteilt.“ Sie überlegen, das Geld, welches sie für Rosa und Paul sammeln, die ja auch weiter ihre Aufbau-und Abbauhelfer bezahlen müssen, in einen Übersee-Container zu investieren. „Das wäre ein sicherer Aufbewahrungsort als die Planen über den Bananenkisten“, sagt Borschel. Langfristig wäre ein Lagerraum an der Uni toll.

Am Montag kommen fast minütlich neue Bücher herein. Paul und Rosa kommen mit dem Sortieren kaum hinterher. „Es wäre, toll, wenn die Leute erst nach Ostern wieder mit Büchern vorbeikommen“, so Borschel.

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