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Zwei der ausgebrannten Fahrzeuge eines Gebrauchtwagenhändlers in Erlensee.

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Viel Arbeit für das Sicherheitspersonal auf der IAA

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Die Polizei muss sich bei der IAA auf verschiedene Szenarien der Klimaschützer einstellen.

Auf Polizei und Sicherheitskräfte der IAA kommt in den nächsten Tagen viel Arbeit zu. Viele Organisationen und Bündnisse des Klimaschutzes haben Proteste gegen die Automobilausstellung angekündigt, und das wahre Kopfzerbrechen machen den Beamten Aktionen, die bislang noch gar nicht angekündigt sind. Im Vorfeld der IAA war die Polizei gefragt worden, ob der Einsatz auf dem und rund um das Messegelände mit dem bei der Einweihung der Europäischen Zentralbank 2015 vergleichbar sei. Das hat Einsatzleiter Thomas Seidel gleich aus mehreren Gründen entschieden zurückgewiesen. Zunächst mal sei die Einsatzzeit bei der IAA deutlich länger. Ein größeres Problem ist aber, dass sich Aktivisten zunächst als ganz normale Besucher tarnen können. „Bei der EZB hat sich der Zorn an einem Burggraben entladen, bei der IAA kann jeder auf das Veranstaltungsgelände gelangen“, so Seidel. Allerdings war die Gewaltbereitschaft vieler Demonstranten 2015 eine ganz andere. „Wir gehen momentan von einem friedlichen Verlauf aus“, so Seidel.

Im Vorfeld war es aber nicht nur bei friedlichen Protesten geblieben. Erst in der Nacht auf Montag hat es bei einem Gebrauchtwagenhändler in Erlensee (Main-Kinzig-Kreis) gebrannt. Gegen 1 Uhr stand zunächst ein Opel Corsa komplett in Flammen, dann griff das Feuer auf weitere Autos über. Dabei wurden nach Angaben des Polizeipräsidiums Südosthessen insgesamt zwölf Autos beschädigt. Die Kriminalpolizei schließt Brandstiftung nicht aus. Ein Sprecher sagte der FR, dass die Polizei derzeit keine Hinweise auf eine politisch motivierte Tat habe. Auch in Kronberg und Heusenstamm hatten zuletzt Autos gebrannt.

Schon bei der IAA 2017 hatte die Polizei sich auf eine erhöhte Gefährdungslage einstellen müssen. Damals war die Angst vor islamistisch motivierten Anschlägen besonders groß. „Wir haben es diesmal mit einer anderen Situation zu tun“, sagt Eckehart Rotter, Sprecher des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Der Veranstalter wird auch mit einer dreistelligen Zahl an eigenen Sicherheitsmitarbeitern vor Ort sein und will mögliche Übergriffe verhindern. Darunter seien auch zivile Sicherheitskräfte, betont Rotter, um mögliche Aktivisten abzuschrecken.

Die Polizei wird nicht nur auf dem Messegelände, sondern auch außerhalb im Einsatz sein. Brenzlig könnte es werden, wenn Aktivisten eine Blockade planen. Einsatzleiter Seidel sieht einen Interessenkonflikt. „Wir müssen ein Gleichgewicht schaffen zwischen dem geregelten Ablauf der Messe und dem Recht auf Versammlungsfreiheit.“ Keinen Spielraum sieht Seidel, wenn Protestierende Zufahrten für Rettungsfahrzeuge blockieren sollten. Da gebe es „einen dringenden Handlungszwang“. Darüber hinaus will die Polizei gewährleisten, dass jeder normale Besucher den freien Zugang zur Messe erhält. Wie diese Gewährleistung im einzelnen aussehen könnte, ließ Seidel offen. Der VDA war im Vorfeld bemüht, Spannung abzubauen. „Wir bekennen uns zu den Pariser Klimaschutzzielen“, hieß es in einer Mitteilung.

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