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Eine Bratwurst ist heute den Eintracht-Fans im Waldstadion noch sicher.

Eintracht Frankfurt

Heute letzter Kauf mit Justpay-Karte?

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Eintracht Frankfurt-Fans können am 6. Mai womöglich zum letzten Mal mit ihrer Justpay-Karte zahlen. Wie es mit dem Bezahlsystem im Waldstadion nach der Insolvenz des Unternehmens weitergeht, ist unklar.

Die Bratwurst und das Bier sind sicher. So viel hat der Insolvenzverwalter Sven-Holger Undritz den Eintracht-Fans für das heutige Spiel gegen den VfL Wolfsburg versprochen. Wie genau es aber mit dem Bezahlsystem im Waldstadion weitergeht, ist unklar. Fest steht, dass das hinter Justpay stehende Hamburger Unternehmen Payment Solutions Mitte der Woche einen vorläufigen Insolvenzantrag gestellt hat.

Das 2006 gegründete Unternehmen erwirtschaftet seit Jahren rote Zahlen. Laut Bundesanzeiger betrug der „nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag“ Ende 2015 mehr als zehn Millionen Euro. Viel Geld für ein Unternehmen mit 25 Mitarbeitern, das sein Geld mit „intelligenten Zahlungslösungen“ verdient. Das Schweizer Unternehmen Sandpiper hatte Payment Solutions 2014 zu 96 Prozent übernommen und mehrmals mit Darlehen unterstützt, jetzt aber den Geldhahn zugedreht. „Dieser Schritt ist unvermeidlich geworden, nachdem der Mehrheitsgesellschafter nicht mehr von der nachhaltigen Tragfähigkeit des vorgelegten Zukunftskonzepts für die Payment Solutions AG überzeugt werden konnte“, heißt es bei Sandpiper.

Das Geschäftsmodell der Bezahlsysteme setzt bei einer geringen Gewinnmarge auf eine breite Kundenbasis. Doch die bröckelt. Von einst sechs Fußballvereinen setzen nur noch drei auf Justpay. Köln war 2014 ausgestiegen und setzt wieder auf Bargeld, nachdem 80 Prozent der Fans in einer Umfrage sich dafür ausgesprochen hatten. Kaiserslautern setzt ebenfalls auf Justpay, doch dort sind die Zuschauerzahlen und somit auch die Zahl der Konsumenten stark rückläufig. In Berlin bei der Hertha ist ein Mischsystem im Einsatz. Einzig in Frankfurt war zumindest der Umsatz zufriedenstellend. Doch wie es dort jetzt weitergeht, ist unklar. Urs Pfeiffer von der Stadion Management GmbH räumt ein, dass auch der Stadionbetreiber von dem Insolvenzantrag überrascht worden sei. Zum heutigen Heimspiel seien aber alle Kioske geöffnet und die Funktion der Bezahlkarte gesichert, das habe der Insolvenzverwalter schriftlich zugesagt, betont Pfeiffer. Wie die Regelung beim letzten Heimspiel am 20. Mai gegen Leipzig aussieht, ließ der Insolvenzverwalter auch auf Anfrage der FR offen. „Wir sind im regen Austausch mit allen Beteiligten“, so Pfeiffer. Zu denen gehört zuallererst auch Aramark. Denn der Caterer im Stadion geht mit seiner Ware in Vorleistung. Doch streng genommen fließt nun das Geld für jede verkaufte Bratwurst in die Insolvenzmasse. Das Unternehmen war am Freitag zu keiner Stellungnahme bereit, auch nicht zu der Frage, wann es denn zuletzt Geld von dem hoch defizitären Unternehmen überwiesen bekommen hat.

Der Vertrag des Waldstadions mit Justpay läuft noch bis 2020. Das Stadion-Management will nun in die Verträge schauen und prüfen, welche Möglichkeiten es im Falle einer Insolvenz gibt. Der Fokus solle nun aber zunächst mal auf den kommenden beiden Heimspielen liegen, sagt Pfeiffer. Doch gut möglich, dass in der kommenden Saison auch in Frankfurt die Stadionwurst wieder bar bezahlt werden kann.

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