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Baulärm-Messung in Frankfurt. (Symbolbild)

Baulärm in Frankfurt

Vertrauen der Bürger verspielt

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Anwohner im Frankfurter Westend klagen über Baulärm. Bei der Bauaufsicht in der fünftgrößten deutschen Stadt finden sie kein Gehör. Die Behörde ist zwischen den Jahren nicht zu erreichen. Das ist ein Unding. Ein Kommentar.

Bei Bürgerinitiativen und engagierten Bewohnern der Stadt genoss die kommunale Bauaufsicht in den zurückliegenden Jahren keinen guten Ruf. Immer wieder kam es zu Vorfällen, die den Vorwurf zu bestätigen schienen, dass die Behörde allzu nachgiebig war gegenüber privaten Investoren.
Ein Thema mit zunehmendem Konfliktpotential ist dabei der Baulärm. Das dynamische Frankfurt wächst rasch und verändert sich schnell. Eine Zahl von 4000 Baustellen registriert die Bauaufsicht im Jahr – ihre Überwachung liegt in den Händen von nur wenigen städtischen Fachleuten.

Als Simone Zapke vor einem Jahr, am 1. Januar 2015, ihr Amt als neue Leiterin der Bauaufsicht antrat, schien sich beim Thema Lärm einiges zu verbessern. Zapke versprach, härter durchzugreifen und auch mit Bürgerinitiativen besser zusammenzuarbeiten. Tatsächlich ließ die Beamtin seither einige Baustellen vorübergehend stilllegen, die allzu offensichtlich gegen die Vorschriften verstießen. Die Amtsleiterin versicherte, sie verfüge über genug Kontrollpersonal, um sich nicht von Bauherren auf der Nase herumtanzen zu lassen.

Die Bauarbeiten am Onyx-Hochhaus im Westend wurden sogar zweimal von der Behörde unterbrochen – im Februar 2015 zuletzt wegen „Gesundheitsgefährdung“ der Nachbarn.

Das Vertrauen, das die Stadt da bei den Bürgern zurückgewann, verspielt sie jetzt gerade wieder. Dass bei der Bauaufsichtsbehörde der fünftgrößten deutschen Stadt tatsächlich zwischen den Jahren niemand für Beschwerden zu erreichen ist, ist ein Unding. Da läuft etwas ganz schief.

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