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Die Toiletten am Südbahnhof sind oft außer Betrieb.  

Probleme

Vor verschlossener Klotür an Bahnhöfen in Frankfurt

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Zu wenige, dreckig oder kaputt - die Toilettensituation in Frankfurt ist nicht die beste, doch noch arbeitet die Stadt an ihrem Konzept.

Wer nach eineinhalb Stunden am Bahnhof ankommt, die Zugtoilette kaputt war, und dringend muss, kommt schon mal in Schwierigkeiten. So erging es FR-Leser Bernd Rückert aus dem Taunus bei der Ankunft am Bahnhof Höchst. Bei der Rückfahrt vom Südbahnhof das gleiche Spiel, auch hier, die Toilette zugesperrt und nicht zu nutzen. Das Klo des gegenüberliegenden McDonalds: ebenfalls zu. „Das sei doch ein absolutes Unding“, ärgert er sich. Da verwundere es nicht, wenn die Menschen zwangsweise zu Wildpinklern würden. Da muss es doch Ersatz geben von der Stadt. Er würde auch etwas bezahlen, damit das WC sauber oder eben funktionsfähig sei.

Die Toiletten im Südbahnhof sind immer wieder außer Betrieb. „Uns ist bekannt, dass die Anlage in einem schlechten Zustand ist“, sagt Günther Murr, Sprecher vom Amt für Bau und Immobilien (ABI). Denn die Stadt, und nicht die Bahn, ist für das WC zuständig. Die Sanitär- und Elektrotechnik sei renovierungsbedürftig, eine Sanierung in Vorbereitung. Einen genauen Zeitplan habe die Stadt noch nicht. Während der Sanierung bleibe die Toilette für einige Wochen geschlossen. In dieser Zeit will die Stadt einen WC-Container aufstellen.

Auch wer an der Straßenbahnhaltestelle Lokalbahnhof die Toiletten benutzen will, könnte zwar gehen, aber lässt es eher bleiben. Hier gebe es immer wieder Probleme mit Vandalismus und extremer Verschmutzung, sagt Murr. Türen wurden eingetreten, die Sanitäranlagen beschädigt und Schüsseln verstopft. „Wir versuchen dem entgegenzuwirken“, sagt Murr. Denn wenn es erst mal dreckig sei, rege das nur zu mehr an. Man wolle außerdem die Schäden beheben. Täglich gereinigt werde sowieso. 2015 wurde das WC für rund 120 000 Euro saniert.

Stadtweit Beschwerden 

Nicht nur in Sachsenhausen, in ganz Frankfurt gibt es Beschwerden: zu wenig Toiletten, veraltet, dreckig, kaputt oder versperrt. Eine Stichwortsuche im Parlis (Mobilportal des Parlamentsinformationssystems der Stadtverordnetenversammlung) der Stadt liefert zahllose Treffer. Ortsbeiratsmitglieder und Stadtverordnete suchten nach Lösungen. Im Bahnhofsviertel, wo besonders viel wild uriniert wird, gab es viele Ideen: Urinale, Blumen-Pipi-Boxen, genannt Uritrottoirs oder „zurückpinkelnde“ Wände mit Speziallack.

Derzeit arbeitet die Stadt noch an ihrem Toilettenkonzept. Die ersten Ergebnisse sollten bis zum Jahresende vorgestellt werden, sagt ABI-Sprecher Murr. Bürger konnten über eine Onlinebefragung ihre Vorschläge und Anregungen abgeben. Alle 66 vorhandenen Anlagen sowie weitere mögliche sollen zusammengetragen und bewertet werden,

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Der Schwerpunkt liege auf kurzfristigen Verbesserungen, so Murr. Darum will die Stadt mit Behörden, Einzelhandel und Gaststätten zusammenarbeiten. Diese bekommen dafür eine finanzielle Entschädigung. Mit dem Lokal Oosten am Main gibt es diese Kooperation bereits. Der Vorteil sei bei dieser Lösung die Kontrolle, sagt Murr, denn dort ist immer jemand vor Ort. Das Klo am Oosten wolle man aber noch besser kennzeichnen.

Genauso wie die schicke Toilettenanlage am Paulsplatz. Denn auch in der Altstadt ist das Wildpinkeln zum Problem geworden. Der Ruf nach einer öffentlichen Toilette wurde immer lauter. Nun sollten mobile Toiletten in Form von „besseren Dixie-Klos“ aufgestellt werden, sagt Murr. Denn der Vorschlag für Container auf dem Domplatz wurde wegen des Denkmalschutzes verworfen. Am Mainufer habe man ebenfalls mobile Toiletten aufgestellt. Und am Lokal Nizza hat das Grünflächenamt die Toiletten renoviert.

Denn neue feste Toiletten zu installieren sei schwierig, sagt Murr. Das sei nicht überall leicht hinzukriegen oder sehr teuer und aufwendig.

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