Bußgeld von 50 Euro

Corona in Frankfurt: Verschärfte Kontrollen der Maskenpflicht im ÖPNV

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Polizei und VGF kontrollieren erstmals gemeinsam die Maskenpflicht im Nahverkehr – und wer erwischt wird, muss zahlen. Ohne Pardon.

  • Hessen wegen des Coronavirus die Maskenpflicht im ÖPNV verschärft.
  • Wer in Bussen und Bahnen keine Maske trägt oder sie falsch trägt, muss 50 Euro Bußgeld zahlen.
  • Wer das Bußgeld nicht sofort zahlt, für den werden noch Verwaltungsgebühren fällig.

Frankfurt - Giesela Häusinger kommt gerade vom Arzt, hat schnell noch etwas auf dem Bornheimer Markt eingekauft, steigt in die U4 – und darf gleich mal 50 Euro zahlen. Bußgeld. Sie hat die Maske nicht auf. „Weil man das einmal vergessen hat?“, fragt sie den Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) etwas irritiert. Der kann nur nicken. Ja, auch wenn man nur einmal vergessen hat, die Mund-Nase-Bedeckung in öffentlichen Verkehrsmitteln zu tragen, kostet es 50 Euro. Da gibt es kein Pardon.

Seit Samstag gilt die Verschärfung der hessischen Landesordnung wegen der Corona-Pandemie, nach der Verstöße gegen die Maskenpflicht sofort und ohne Verwarnung mit einem Bußgeld sanktioniert werden können. Am Mittwochmorgen haben drei Mitarbeiter der VGF und drei der Stadtpolizei erstmals gemeinsam die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr kontrolliert. Sie waren in Zügen der Linie U4 unterwegs, Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) war auch dabei. „Die Situation zwingt uns, Zeichen zu setzen und die Regeln Schritt für Schritt durchzusetzen“, sagte er. Denn die Zahl der Neuinfektionen steigt, Frankfurt hat gerade die erste Warnstufe des Landes überschritten. „Wir brauchen Disziplin. Niemand will Schulen wieder schließen müssen.“

Bei den meisten Fahrgästen müssen die Kontrolleure stehenbleiben– sie tragen eine Maske.

Zahlt man das Bußgeld nicht sofort, werden rund 25 Euro Verwaltungsgebühren fällig

Giesela Häusinger ist die Erste, die die Einsatztruppe erwischt. „Ich vergesse die Maske normalerweise nie, jetzt hab ich es verschwitzt“, sagt sie und zahlt sofort. „Die Kontrollen sind ja richtig.“ Das Bußgeld kassiert die Stadtpolizei. Denn Verstöße gegen die Landesverordnung darf die VGF nicht ahnden. Das Bußgeld kann auch später bezahlt werden, doch dann sind Verwaltungsgebühren fällig – rund 25 Euro.

Sind die VGF-Mitarbeiter alleine unterwegs, weisen sie Maskenmuffel lediglich auf das richtige Tragen hin. „Die meisten setzen die Maske nach Aufforderung auf“, sagt VGF-Geschäftsführer Thomas Raasch. In wenigen Fällen weigerten sich Leute. „Im Zweifel machen wir vom Hausrecht Gebrauch und verweisen sie nach draußen.“ Es seien eher junge Menschen, Heranwachsende, die sich nicht an die Maskenpflicht hielten, sagt Raasch. Die Älteren würden überwiegend Masken tragen.

Maskenpflicht in Hessen gilt auch auf oberirdischen Bahnsteigen

An der Schäfflestraße steigen die Kontrolleure aus – und können gleich mit dem Ermahnen beginnen. Am oberirdischen Bahnsteig stehen Menschen ohne Maske. Auch Petra Stumm. „Ich dachte, das gilt nur für unterirdische Bahnsteige“, sagt sie. Aber da liegt sie eben falsch. „Es ist zu ihrer Sicherheit, auch hier können nicht überall die 1,50 Meter Abstand eingehalten werden“, erklärt ein VGF-Mitarbeiter.

Nicht jeder versteht Deutsch, wenn er von Kontrolleuren angesprochen wird. So wie die Frau, die in der U4 an diesem Morgen die Maske unterm Kinn hängen hat. Sie kann nur Russisch. Doch deswegen entkommt man dem Bußgeld nicht. Es wird der VGF-Mitarbeiter aus dem hinteren Teil des Waggons herbeigerufen – der ihr die ganze Sache mit der Maskenpflicht und den 50 Euro auf Russisch erklärt. Sie zahlt sofort.

Am Ende der Kontrolle hat die Stadtpolizei nach rund anderthalb Stunden 13 Maskenverstöße aufgenommen. Weitere gemeinsame Kontrollen von Stadtpolizei und VGF sind geplant. Noch ist man in Gesprächen, in welcher Regelmäßigkeit sie stattfinden sollen. Von Sandra Busch

Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 steigen nicht nur in Frankfurt und Hessen, sondern in ganz Deutschland.

Rubriklistenbild: © christoph boeckheler*

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