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AWO-Affäre 

AWO vergrößert „Task Force“ zur Aufklärung

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Die ehemalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) bekommt Unterstützung bei ihrer Untersuchungsarbeit und erhält „umfangreiche Unterlagen“.

Fünf Wochen sind vergangen, seit die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Hessen-Süd die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin mit der Führung einer „Task-Force“ beauftragt hat. Sie soll aufklären, „was da schiefgelaufen ist und was wir in Zukunft anders machen müssen“, so AWO-Sprecher Swen Klingelhöfer. Jetzt hat die AWO das Team der früheren Politikerin vergrößert.

In die „Task-Force“ berufen wurden laut Klingelhöfer der Vorsitzende der AWO Darmstadt-Dieburg, Horst Baier, und die stellvertretende Bezirksvorsitzende Hessen-Süd, Stephanie Becker-Bösch. Wann die Prüfer Ergebnisse vorlegen werden, konnte Klingelhöfer im Gespräch mit der FR nicht sagen.

In der südhessischen AWO-Zentrale in Frankfurt im Gebäude Kruppstraße 105 sei ein Büro für Däubler-Gmelin reserviert, das sie aber bisher nicht bezogen habe. Klingelhöfer berichtet von zwei Besuchen der früheren Bundesjustizministerin in Frankfurt. Die AWO habe ihr auf Wunsch „umfangreiche Unterlagen“ elektronisch und postalisch zur Verfügung gestellt.

Wo die Sozialdemokratin an der Aufklärung der Affäre arbeitet, wusste Klingelhöfer nicht. Die 76-jährige Däubler-Gmelin gehört in der Bundeshauptstadt Berlin der renommierten Kanzlei Schwegler Rechtsanwälte an. Am vergangenen Freitag tagte laut Klingelhöfer in Friedrichsdorf der Bezirksausschuss der südhessischen Arbeiterwohlfahrt. Ihm gehören der Bezirksvorstand und die Vorsitzenden der südhessischen AWO-Kreisverbände an. Dort sei Däubler-Gmelin aufgetreten, sagte Klingelhöfer.

Dittmar weiter im Amt

Nach wie vor arbeitet als Geschäftsführer der südhessischen Arbeiterwohlfahrt der Frankfurter Rechtsanwalt Ansgar Dittmar. Der Sozialdemokrat war beim Kreisverband Frankfurt sogar zugleich Vorsitzender des Präsidiums gewesen, war aber dort am 19. Dezember 2019 zurückgetreten. Zuvor hatte ihn die AWO-Bundesspitze zum Rückzug aufgefordert.

Die Staatsanwaltschaften Frankfurt und Wiesbaden ermitteln gegen führende AWO-Funktionäre in beiden Städten. In Frankfurt geht es um den Verdacht des Betruges und der Untreue, in Wiesbaden sind unter anderem überhöhte Gehälter der Geschäftsführung und teure Dienstwagen Gegenstand der Ermittlungen.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte mehr als sechs Monate nach der ersten Strafanzeige in der vergangenen Woche die Frankfurter AWO-Zentrale und Wohn- und Geschäftsräume in Frankfurt und Berlin durchsuchen lassen. Die Durchsuchungen galten aber nicht den Räumen der AWO Hessen-Süd, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt, Nadja Niesen, der FR sagte.

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