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Olaf Löhmer, Vater an der Schwarzburgschule, spricht für empörte Eltern am Montagabend im Bildungsausschuss.
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Olaf Löhmer, Vater an der Schwarzburgschule, spricht für empörte Eltern am Montagabend im Bildungsausschuss.

Gymnasien in Frankfurt

„Vergabe muss transparent sein“

  • Judith Köneke
    VonJudith Köneke
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Schulexperte Heinfried Habeck rät Eltern, nicht zu sehr auf den Ruf der Schule zu hören. Gleichzeitig wünscht er sich, dass weiterführende Schulen individueller mit Kindern umgehen und sie besser fördern.

Wegen hoher Anmeldezahlen bekommen 500 Frankfurter Kinder keinen Platz auf ihrer Wunschschule. Die Eltern sind verärgert, da nun nur noch Integrierte Gesamtschulen und weite Anfahrtswege zur Wahl stehen.

Herr Habeck, rund 56 Prozent der Frankfurter Viertklässler wurden auf einem Gymnasium angemeldet, deutlich mehr als vergangenes Jahr. Ein deutschlandweiter Trend?
Allgemein ist ein Trend zu einem zweigliedrigen Schulsystem zu beobachten. Der eine Teil des Systems ist das Gymnasium, der andere Teil ist unterschiedlich belegt. Mal sind es Gesamtschulen oder die Zusammenfassung Hauptschule/Realschule als der andere Zug. Dabei werden immer mehr Kinder an einem Gymnasium angemeldet. Momentan liegen wir bei 45 bis 50 Prozent bei der Übergangsquote aufs Gymnasium. In vielen Städten variiert die Zahl jedoch erheblich von Viertel zu Viertel.

Warum ist das so?
Eltern erwarten sich von höheren Abschlüssen bessere Berufschancen für ihre Kinder. Dafür habe ich natürlich Verständnis. Hochqualifizierte Jobs nehmen zu und Jobs im Niedriglohnbereich ab. Wir brauchen vor allem kluge Köpfe, die einen Staat wie unseren am Leben erhalten. Einfache Berufe gibt es fast nur noch im Dienstleistungsgewerbe, oft sind es – wenn überhaupt – nur Teilzeitbeschäftigungen. Das streben Eltern nicht für ihre Kinder an.

Doch oft werden ja auch Schüler ohne gymnasiale Eignung im Gymnasium angemeldet.
Sicher sind manche Kinder überfordert. Doch da würde ich mir wünschen, dass weiterführende Schulen mit den Kindern individueller umgehen, sie besser fördern. Damit sie die Chance haben, nicht sofort abgeschrieben zu werden. Die Lehrer sollten ihren Unterricht so verändern, dass sie die einzelnen Schüler vor Augen haben.

Wäre für manche dann nicht eine (Integrierte) Gesamtschule besser?
Gesamtschulen zeichnen sich oft durch individuelle Förderung aus. Aber ich bin häufig im Unterricht und ich kann aus meinen Beobachtungen nicht sagen, dass eine Schulform grundsätzlich besser arbeitet als die andere. Es liegt daran, ob sich die einzelne Schule auf den Weg gemacht hat, das einzelne Kind in den Mittelpunkt zu stellen. Die Qualität des Unterrichts ist das Entscheidende für den Erfolg einer Schule.

Aber auch wenn Schulen ein besonderes Profil anbieten, letztlich bekommen die Eltern doch nicht den gewünschten Platz. Das ärgert viele.
Natürlich, eigentlich sollten die Kinder aufgenommen werden, die das Profil der Schule bereichern. Doch die Wahl nach Profil wird bei der Schulplatzvergabe oft hinten angestellt. Meist werden andere Kriterien dem vorangestellt. Es gibt immer einen Auswahlschlüssel. Zunächst werden bei der Vergabe Geschwisterkinder berücksichtigt oder die Schulortnähe. Dann gibt es außerdem noch soziale Härtefälle. Gerade das Letztere kann ich gut nachvollziehen.

Wie ließe sich das Vergabeverfahren modifizieren?
Eine Auswahl bei zu wenigen Plätzen muss sein. Aber das Verfahren muss für die Eltern transparent sein. Dass die Auswahl nicht jedem gefällt, lässt sich nicht ändern.

Was würden Sie den frustrierten Eltern raten?
Nicht zu sehr auf den sogenannten Ruf der Schule zu hören. Es ist viel wichtiger, welche Lehrer die fünften Klassen übernehmen. Und dass die Schule in der Nähe ist. Dann würde ich für ein zehnjähriges Kind auch eine IGS einem Gymnasium vorziehen.

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