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Teilnehmer der Demo in Frankfurt.
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Teilnehmer der Demo in Frankfurt.

"Friedensmarsch gegen den Terror" in Frankfurt

Vereint gegen den Terror

Beim "Friedensmarsch gegen den Terror" in Frankfurt soll ein Zeichen für den interkulturellen und interreligiösen Dialog gesetzt werden.

Von Laura Henkel

Nieselregen fällt am Samstagmittag sanft auf die Pflastersteine des Frankfurter Römerbergs. Neben dem Justitiabrunnen haben sich Menschen in Kleingruppen zusammengefunden, die dem Wetter trotzen. Sie sind für einen „Friedensmarsch gegen den Terror“ gekommen, der am Römer mit einer Kundgebung beginnen soll. 

Initiiert wurde die Veranstaltung von Shams Ul-Haq, einem freiberuflichen Journalisten und Autor, der vor allem durch sein Buch „Die Brutstätte des Terrors“ bekannt wurde, in dem er über seine Erfahrungen und Erlebnisse bei Undercover-Recherchen in Flüchtlingsunterkünften berichtet. Der 42-jährige Muslim blickt mit Sorge darauf, dass der Islam durch die hohe Zahl terroristischer Anschläge so häufig in Verbindung mit Terrorismus gebracht wird. Noch größere Sorge bereitet ihm, dass niemand dagegen etwas zu unternehmen scheint.

Deshalb entschied er sich vor einigen Wochen dazu, selbst aktiv zu werden. „Einen Anstoß hat mir auch die Demonstration in Köln gegeben“, erläutert er. Nachdem in der Stadt bei der muslimischen Demonstration gegen den Terror am 17. Juni statt der erwarteten zehntausend Teilnehmer nur ein Bruchteil erschien, entschied Shams Ul-Haq, sich selbst zu engagieren und in Frankfurt auf die Straße zu gehen. Deswegen hat er den „Friedensmarsch gegen den Terror“ ins Leben gerufen. Sein Ziel ist es, ein Zeichen für den interkulturellen und interreligiösen Dialog zu setzen und deutlich zu machen, dass Terrorismus und Islam niemals gleichgesetzt werden dürfen, nur weil terroristische Organisation Anschläge weltweit für sich reklamieren. 

Unterstützung hat Ul-Haq unter anderem bei muslimischen Verbänden und der Stadt Frankfurt gesucht. Resonanz hat seine Idee bisher allerdings nur bei einigen muslimischen Gemeinden gefunden und dem CDU-Politiker Albrecht Kochsiek, der Mitglied der Frankfurter Stadtverordnetenversanmlung ist. Ein besonderer Gast ist auch der Imam Ismail Bukari aus Stuttgart, der klar macht: „Wir distanzieren uns klar vom Terrorismus. Die Handlungen terroristischer Organisationen wie des Islamische Staates und der Taliban haben nichts mit Menschlichkeit zu tun.“ 

Insgesamt bleibt es am Samstag auf dem Römerberg verhältnismäßig leer. Die meisten Besucher der Veranstaltung hatten über Facebook von der Demonstration erfahren, einige wenige auch über Pressemeldungen. Etwa zwanzig Menschen kommen zusammen, um gemeinsam für Frieden und interreligiöse Toleranz einzustehen.

Nasir Mahmood ist mit seiner Familie zu der Veranstaltung gekommen. Für ihn steht es im Kampf gegen den Terror demonstrierend durch die Stadt zu laufen. Mahmood ist wie Shams Ul-Haq freiberuflicher Journalist und auch im Alltag vor allem um den Dialog bemüht. „Ich denke, viel mehr als auf Demonstrationen kommt es auf die Präsenz und Nahbarkeit des Islam in Deutschland an. Da können vor allem auch Gemeinden und Verbände viel Einfluss nehmen“, findet er. Durch Infostände und interreligiöse Angebote muslimischer und auch nichtmuslimischer Gemeinden und Organisationen könnte ein interkultureller Austausch stattfinden. Dies würde auch dabei helfen, Vorurteile abzubauen und Hass, Hetze und Islamfeindlichkeit Einhalt zu gebieten. 

Deshalb wünscht sich auch Shams Ul-Haq für die Zukunft mehr Zuspruch und aktive Beteiligung von deutlich mehr Menschen. „Das Thema geht uns alle an, egal, ob jemand Muslim ist oder nicht“, sagt er, und das Publikum nickt zustimmend. 

In den kommenden Monaten will der Autor eine weitere Demonstration organisieren, mit der er wesentlich mehr Menschen erreichen will. Es kommt dabei auf die Unterstützung von allen Seiten an - denn es ist die Aufgabe eines jeden, für Frieden und Freiheit einzustehen. 

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