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Vereint for Future in Frankfurt

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Politik und Protest gemeinsam? Wenn’s dem Klima nützt ... Über die neue Gemeinsamkeit im Frankfurter Umweltausschuss.

Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus – abgeschmackt, klar, aber hier passt es halt so gut. Voriges Jahr stürmten die „Fridays for Future“ regelmäßig den Umweltausschuss, tanzten, brüllten, sangen, es fehlte nicht viel, und sie hätten die Füße auf den Tisch gelegt. Und die Umweltpolitiker, jedenfalls die meisten von ihnen: schwiegen, blockierten, bockten.

Und jetzt? Einige haben sich wohl fürs neue Jahr etwas vorgenommen: das Klima verbessern, auch menschlich. Sinnbild dafür ist die grüne Umweltdezernentin. Zum ersten Auftritt der jungen Protestler im Juni sagte Rosemarie Heilig gar nichts – ein Fehler, wie sie bald darauf zugab. Am Donnerstagabend nun war sie es, die den Protestschülern weit entgegenkam, ihre Ungeduld demonstrativ teilte und sie zum Dialog einlud. Eine ansteckende Haltung. Parlamentarier taten es ihr nach, fast kam ein Gefühl auf wie: Gemeinsamkeit angesichts der Klimakrise. Das kann viel wert sein; jedenfalls hilft es mehr als das ewige „So schnell geht das nicht“.

Letzteres begleitet freilich weiter die Debatte, und die „Fridays“ dürften auch wieder aggressiver werden, je nachdem, wie schnell die Politik liefert. Richtig so. Sprichwörter können sie übrigens auch: „Was du heute kannst besorgen“, belehrte am Donnerstag ein junger Mann das Gremium, „das verschiebe nicht auf morgen“.

Die „Fridays for Future“ starten mit einer überregionalen Großdemo in Mainz ins Protestjahr 2020. Auch Aktivistinnen und Aktivisten aus Frankfurt sind dabei.

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