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Die Fußballer in Sachsenhausen fürchten um ihr Gelände.

Europäische Schule

Vereine in Frankfurt wollen sich gegen EZB wehren

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Der Sportkreis Frankfurt nutzt seine Jahrespressekonferenz für ein politisches Statement.

Die Angst geht um am Mainwasen. Die Sportanlage an der Gerbermühlstraße, die von den zwei traditionsreichen Vereinen VfL Germania 1894 und SV 1894 Sachsenhausen genutzt wird, weckt Begehrlichkeiten bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Gesucht wird eine neue Bleibe für die wachsende Europäische Schule. Der Sportkreis Frankfurt hat für seine alljährliche Bilanz-Pressekonferenz nicht wie sonst einen Mehrzweckraum der Saalbau gemietet, sondern aus Solidaritätsgründen in das Vereinsheim der Germania eingeladen. „Wir brauchen uns nichts vorzumachen, es ist eine begehrte Fläche“, sagt der Vorsitzende des Sportkreises, Roland Frischkorn. Nicht nur für die EZB, die schräg gegenüber auf der anderen Mainseite ihre Zentrale hat, sondern auch für die Sportvereine. „Es ist die einzige innerstädtische Sportanlage und die hat eine ganz, ganz wichtige Funktion für uns“, betont Frischkorn.

Bernd Nobis, der Vorsitzende der Germania, einem der Gründervereine von Eintracht Frankfurt, berichtet von einem Treffen mit dem Wirtschaftsdezernenten Markus Frank und dem Baudezernenten Jan Schneider (beide CDU) in der vergangenen Woche. „Sie haben uns nach unseren Forderungen gefragt“, verrät Nobis. Das Gelände gehört zwar der Stadt, die Vereine haben aber ein Erbpachtvertrag, der noch bis 2038 läuft und wollen gar nicht umziehen. Die beiden Vereine bieten auf den Sportplätzen 800 Mitgliedern und 30 Fußballmannschaften ein Zuhause. „Wir sind extrem gewachsen, wir kämpfen um die Plätze“, kündigt Nobis an.

Frischkorn zeigte sich ob der Diskussion ohnehin „merkwürdig berührt“. Denn die Sportanlage liegt im Grüngürtel und in den Mainauen und sollte für ein größeres Bauvorhaben eigentlich tabu sein. „Die benachbarten Rudervereine durften deswegen nicht mal eine Etage aufstocken“, so Frischkorn, der nachlegt: „Es kommt das Gefühl auf, dass hier jemand einseitig begünstigt werden soll.“ Auch Vertreter der EZB selbst seien schon vorstellig geworden, ein Gespräch hatten die Vereine aber bislang abgelehnt.

Frischkorn vergaß nicht zu erwähnen, wie wichtig Sportflächen in der wachsenden Stadt für die Vereine seien. Sportdezernent Frank, der auch Wirtschaftsdezernent ist und bei den Gesprächen sonst immer zugegen war, fehlte diesmal übrigens.

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