Thomas Müller vom Rockmobil möchte im Bunker bleiben.

Bornheim

Vereine wollen Bornheimer Bunker wieder nutzen

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Musiker und Karnevalisten ärgern sich. Wegen Brandschutzauflagen liegen wichtige Räume im Bauwerk an der Petterweilstraße brach.

Der Bunker an der Petterweilstraße soll in absehbarer Zeit wieder für Veranstaltungen von Bornheimer Vereinen genutzt werden können. Die Stadt soll dafür sorgen, dass das massive Betongebäude nicht mehr nur als Lager genutzt wird. Dafür hat sich der Ortsbeirat 4 in seiner jüngsten Sitzung am Dienstagabend mehrheitlich ausgesprochen – einem gemeinsamen Antrag von Grünen, SPD und CDU folgend.

Vor drei Jahren hat die Stadt den Hochbunker gekauft. Wegen der Brandschutzauflagen dürfen die zwei Karnevalvereine, das Rockmobil und eine Radsportgruppe im Gebäude nur noch Materialien wie Requisiten und Instrumente lagern. Mit der Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding ist die Kommune derzeit im Gespräch, ob auf dem Areal zwischen Petterweil- und Heidestraße Wohnungen gebaut werden können. Denkbar ist es, den Bunker aufzustocken. Ein Abriss sei nicht geplant (die FR berichtete).

Der Bau neuer Wohnungen sei zwar nötig, heißt es im Antrag. Dennoch seien auch „gemeinwohlorientierte Flächen, wie Versammlungs- und Übungsflächen für Vereine“ wichtig. Könne der Bunker künftig nicht mehr wie früher von den Vereinen bespielt werden, müssten „anderswo Ersatzflächen mit ähnlicher Funktionalität – wie Lärmschutz – bereitgestellt werden“.

Keine einheitliche Haltung hat der Ortsbeirat, wer den Petterweil-Bunker künftig nutzen soll. Die Vereine, die dort bereits beheimatet sind, sollen bleiben, sagt Darius Shafiei (SPD). Wie viel Raum wem zustehe, „darüber können wir diskutieren“. Die bestehenden Gruppen dürften nicht rausgeworfen werden, sagt Peter Schmidt (Die Frankfurter). Der Bunker müsse aber „offen für alle Vereine im Stadtteil“ sein, die derzeit keine Räume haben. „Wir möchten keine Vorauswahl treffen“, sagt Bodo Pfaff-Greiffenhagen (CDU). „Wir sind froh über jeden Verein, den es gibt.“ Derzeit sei es zu früh zu sagen, „wer wo bleibt“, sagt Martin Ried (Grüne). Der Vereinsring Bornheim hatte angeregt, das Gebäude für seine Mitglieder zu übernehmen.

Thomas Müller vom Rockmobil forderte von den Stadtteilpolitikern einen Bestandschutz für das Angebot der Caritas. „Wir wollen im Bunker bleiben.“ Es dürfe nicht passieren, dass neue Vereine kommen „und wir fliegen dann raus“. Seit 31 Jahren habe das Rockmobil in der Petterweilstraße Räume, in die es ein Tonstudio eingebaut habe. Wegen Brandschutzauflagen lägen diese brach. Stadtweit unterrichte das Mobil wöchentlich bis zu 250 Kinder und Jugendliche und leiste einen wichtigen Beitrag zur Integration.

Irritiert ist Müller, dass er vor kurzem vom Amt für Bau und Immobilien angeschrieben worden sei. Die Behörde habe ihn gefragt, wie viel Platz das Rockmobil im Bunker benötige und ob es vom Parterre in das erste Stockwerk ziehen könne. Die oberen Etagen wären jedoch ungeeignet, sagt Müller. Mehrmals die Woche müssten dann Instrumente hoch und runter geschleppt werden. Zudem werde das Geschoss bislang vom Karnevalsverein MaaGard belegt. „Was passiert dann mit denen?“

Die Stadt gehe derzeit davon aus, dass die Vereine den Bunker weiter nutzen können, sagt Elke von Busekist vom Baudezernat auf Anfrage der FR. Warum das Rockmobil angeschrieben worden ist, konnte sie nicht sagen.

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