Corona

Verdi warnt vor Überbelastung

  • vonKilian Beck
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Neue Coronafälle in Frankfurter AWO-Pflegeheim: In der ganzen Stadt sind aktuell 218 Seniorinnen und Senioren sowie 166 Mitarbeiter:innen positiv auf das Virus getestet.

Im Johanna-Kirchner-Altenhilfezentrum der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (AWO) sind 17 weitere Bewohner:innen und acht Mitarbeiter:innen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ende Oktober hatte sich der Erreger besonders in einem Wohnbereich des Pflegeheims ausgebreitet. Zwei weitere waren, wie AWO-Sprecher Johannes Frass mitteilt, weniger stark betroffen. Aktuell sind in der Einrichtung 66 Bewohner:innen positiv auf das Virus getestet worden. Fünf von ihnen werden laut Frass im Krankenhaus behandelt. Für ganz Frankfurt zählte das Gesundheitsdezernat am Montag 218 mit dem Virus infizierte Heimbewohner:innen und 166 Mitarbeiter:innen.

Seit dem Ausbruch werden Bewohner:innen und Personal im Auftrag des Frankfurter Gesundheitsdezernats auf das Coronavirus getestet. Am vergangenen Freitag erreichten die ersten Ergebnisse der letzten Reihentestung die Einrichtung. Aus dem zuvor primär betroffenen Bereich waren lediglich fünf Tests negativ ausgefallen, berichtete Frass. Verteilt auf die anderen zwei Bereiche musste er allerdings 17 weitere Fälle vermelden. „Woher die Infektion genau kommt, können wir nicht nachvollziehen“, sagt er. Es könne sich um dieselbe Quelle wie im Oktober handeln, genau feststellen lasse sich das aber nicht. Momentan befänden sich 10 der 171 Mitarbeiter:innen in häuslicher Quarantäne. Das sei allerdings noch kein Personalproblem, da die AWO Tätigkeiten außerhalb der Pflege ausgelagert habe.

„Auf eine Woche gerechnet, kann das zum Problem werden“, mahnt Anette Hergl, Verdi-Gewerkschaftsekretärin für die Pflege mit Blick auf die Dienstplanung, die durcheinandergerate. Hergl sieht branchenweit große Probleme: „Das System fährt gegen die Wand“, sagt sie.

Seit März seien die Belegschaften im „Dauerstress“. Ihre Kolleg:innen beschränkten ihre Sozialkontakte außerhalb ihres Arbeitsplatzes. Zusätzlich steige die Belastung durch die notwendigen Schutzvorkehrungen. Und auch die Verantwortung nehme zu, da die psychosoziale Betreuung der Bewohner:innen wichtiger werde. „Das hält kein Körper und keine Psyche lange aus“, betont Hergl, die deswegen vor steigendem Krankenstand in Pflegeheimbelegschaften bis Januar warnt.

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