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Universitätsklinik Frankfurt

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Uniklinikum Frankfurt: Verdi bestätigt Missstände

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Der  Personalrat des Uniklinikums spricht von einer unzumutbaren Arbeitsbelastung der Beschäftigten. Die Linke fordert eine Sondersitzung im Hessischen Landtag.

Der Vorsitzende des Personalrats am Universitätsklinikum, Uwe Richtmann, hat am Donnerstag die Vorwürfe des HR-Politikmagazins „defacto“ im Wesentlichen bestätigt. In dem Beitrag der defacto-Redaktion vom Montagabend war von überlastetem Personal, überbelegten Krankenzimmern und baulichen Mängeln die Rede gewesen. Auch wenn es nach Auskunft der Klinikleitung in der sogenannten Akutaufnahme derzeit keine Überbelegung gebe, hält Richtmann die Arbeitsbedingungen dort für unzumutbar. „Zu viel Arbeit, zu viele Überstunden“, sagte er im Gespräch mit der FR, das er von seinem Urlaubsort in Portugal aus führte. Richtmann betonte, er sei auch Vertrauensmann der Gewerkschaft Verdi und dürfe in dieser Funktion mehr sagen als der Personalrat.

In der Psychiatrie habe es sogenannte Gefährdungsanzeigen gegeben. Mit einer solchen Anzeige signalisiert ein Arbeitnehmer, seinem Vorgesetzten, dass er für seine Arbeit nicht länger verantwortlich sein möchte, weil er entweder seine oder die Gesundheit der Patienten für gefährdet hält. Wie viele solcher Gefährdungsanzeigen es gibt, konnte Richtmann nicht sagen. Er bestätigte aber den Vorwurf der defacto-Sendung, dass „letztlich alles beim Alten“ geblieben sei. Die Leitung des Universitätsklinikums hatte dagegen im Hintergrundgespräch mit der FR beteuert, dass jeder Anzeige nachgegangen werde und gegebenenfalls auch Konsequenzen gezogen würden. Richtmann forderte mehr Personal für die Psychiatrie: „Das Pflegepersonal ist noch immer überlastet.“ Wenn jemand in der Akutpsychiatrie ausfalle, werde er durch einen Mitarbeiter einer anderen Station ersetzt, der dann dort fehle. Auch die alte Bausubstanz müsse nicht hingenommen werden. Auf dem Campus werde so viel in neue Gebäude investiert, dass man auch für die Psychiatrie eine Lösung hätte finden können.

Im Hessischen Landtag hat die Fraktion der Linken am Donnerstag für den 17. Juni eine Sondersitzung des Sozialausschusses beantragt. Nach den Missständen, die im März durch eine Reportage des „Team Wallraff“ über die Psychaitrie des städtischen Krankenhauses in Höchst bekanntwurden „nun das Uniklinikum Frankfurt“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin Christiane Böhm. „Vermutlich ist das noch immer nur die Spitze des Eisbergs.“ Es sei höchste Zeit, dass die Fachaufsicht des Ministeriums sich „mit der Wirklichkeit der Psychiatrie befasst, statt nur die von den Kliniken vorgelegten Zahlen zu prüfen“.

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