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Am Flughafen Frankfurt gab es einen Coronavirus-Verdacht.

Gesundheit

Coronavirus alarmiert Frankfurter Flughafen

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Verdacht auf Coronavirus am Flughafen Frankfurt: Eine Airline meldet einen Passagier mit Fieber. Der Flug kommt aus China.

Schreck am Frankfurter Flughafen: Am Sonntag hatte eine aus China kommende Maschine vor ihrer Landung einen Passagier mit Fieber gemeldet. Ärzte des Gesundheitsamts befragten den Mann, untersuchten ihn und gaben anschließend Entwarnung: Der Verdacht einer Erkrankung mit dem neuen Coronavirus konnte entkräftet werden, teilte das hessische Sozialministerium am Montag mit. Gleiches gelte für alle anderen Fälle, die sich in den vergangenen Tagen in Kliniken vorgestellt haben, ergänzte Sprecherin Alice Engel. „Aufgrund der aktuellen Wintersaison sind die meisten fiebrigen Erkrankungen Begleiterscheinungen einer Influenza.“

Coronavirus: Die Bevölkerung ist wachsam

Nachdem in Frankreich jetzt drei Coronafälle nachgewiesen wurden, ist die Sensibilität in der Bevölkerung noch mal gewachsen. Und auch das Informationsbedürfnis. „Derzeit verzeichnen wir eine erhöhte Anzahl von Patientinnen und Patienten, die sich mit dem Verdacht auf das Coronavirus vorstellen“, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Uniklinik. Die Hilfesuchenden würden isoliert und diagnostisch abgeklärt. Wer aus einer der Risikoregionen komme oder einen sogenannten Risikokontakt hatte, werde schnell identifiziert und behandelt. „Zu diesem Zweck sorgen wir auch dafür, dass alle relevanten Informationen zum Coronavirus in allen Bereichen des Universitätsklinikums zur Verfügung stehen.“

Coronavirus: Erster Fall in Deutschland bestätigt

Niedergelassene Ärzte, Rettungsdienste, das Klinikpersonal – alle in der medizinischen Versorgung Tätigen sollten inzwischen über das einheitliche Verfahren bei Verdachtsfällen im Bilde sein, versicherte Antoni Walczok, Infektiologe beim Frankfurter Gesundheitsamt, der Frankfurter Rundschau. Auch die verstärkte Aufklärung der Bevölkerung sei angelaufen: Hotlines für Hessens große Gesundheitsämter sind im Aufbau, das Sozialministerium beantwortet auf seiner Homepage die wichtigsten Fragen. Und am Frankfurter Flughafen ging am Samstag eine mehrsprachige digitale Reisendeninformation in Betrieb. „Wir stehen in engem Kontakt mit den Gesundheitsbehörden und dem Sozialministerium“, sagte Fraport-Sprecherin Jana Schäfer. Weitere Vorkehrungen seien aktuell nicht geplant. Die hält Walczok auch nicht für notwendig: Die Fälle in Frankreich hätten nichts am Umgang mit der Gefahr geändert. Selbst wenn in Europa weitere Erkrankte identifiziert würden, sei keine Epidemie zu befürchten.

Derzeit gebe es keine Hinweise auf eine Ansteckungsgefahr in Deutschland, teilte Sozialminister Kai Klose (Grüne) mit. Sollte sich die Lage ändern, sei das hessische Gesundheitssystem bestens vorbereitet. „Wir bewerten die Situation ständig aktuell und entscheiden über mögliche Maßnahmen.“

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Coronavirus: Kliniken sind gewappnet

Neben der Frankfurter sind auch die benachbarten Unikliniken in Bereitschaft. Da Mainz in der Nähe des Frankfurter Flughafens liegt, seien auch dort Vorkehrungen getroffen worden, teilte die Klinikleitung mit. Die Uniklinik Gießen-Marburg stellte am Montag in einer Mitteilung ihre Kompetenz heraus: In der Diagnostik arbeiteten die Kliniker eng mit den Instituten für Virologie zusammen. In kürzester Zeit erhielten sie zuverlässige Daten und könnten entsprechend schnell handeln. Die Herausforderung des neuen Coronavirus werde sein, es von anderen Viren, insbesondere von Influenzaviren, zu unterscheiden, denn beide Infektionen hätten ähnliche Symptome, sagte Stephan Becker, Direktor des Instituts für Virologie in Marburg

Womit eine weitere aktuelle Gefahr für die Gesundheit angesprochen ist: „Die Grippewelle ist im Anrollen“, sagte Walczok. Doch anders als beim Coronavirus habe die Bevölkerung die Möglichkeit, sich davor zu schützen: „Gegen Influenza kann man sich impfen lassen.“

Coronavirus: Der Test

Eine spezielle Diagnostikzum Coronavirus wird eingeleitet, wenn Symptome einer Lungenerkrankung (wie Fieber oder Husten) vorliegen, die erkrankte Person sich in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten hat und ein Influenza-Schnelltest negativ verlief. 

Ein Testverfahrenzum Nachweis des Coronavirus in den tiefen Atemwegen steht in verschiedenen Laboren zur Verfügung – in Hessen in der Virologie der Universitätskliniken in Marburg und Frankfurt.  

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus werden rund 100 Deutsche nach Frankfurt ausgeflogen. Dort werden sie „unter Quarantänebedingungen“ untergebracht.

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