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Paolo Veroneses Gemälde „Ruhe auf der Flucht nach Ägypten“ wird gehängt. 

Ausstellung

Städel in Frankfurt zeigt Bilder von Tizian

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Das Städel-Museum zeigt vom 23. Februar an Renaissance-Malerei von Tizian und anderen.

Die letzten Tage vor der Eröffnung – und die Anspannung im Team des Städel-Museums ist mit Händen zu greifen. Sie wächst freilich auch in der Schar der Medienvertreter, die lange vergeblich darauf warten müssen, dass ein großes Gemälde von Paolo Veronese vor ihren Augen gehängt wird. „Ruhe auf der Flucht nach Ägypten“, um 1572 entstanden, erhält einen zentralen Platz, führt direkt in das erste Kapitel der Ausstellung „Tizian und die Renaissance in Venedig“ ein.

Vom 13. Februar an zeigt das Städel insgesamt 106 Werke der venezianischen Renaissance-Malerei. „Tizian und die Renaissance in Venedig“ bricht wieder einmal einen Rekord: Noch nie war eine solch große Überblicks-Schau dieser Malerei in Deutschland zu sehen. „Dieses wirkmächtige Klassikerthema der Kunstgeschichte ist in den deutschen Museen erst in jüngster Zeit stärker ins Blickfeld geraten“, sagt Städel-Direktor Philipp Demandt. Und auf die Frage der FR, was denn gerade die Renaissance wieder so aktuell mache, erklärt Bastian Eclercy, Sammlungsleiter für die italienische, französische und spanische Malerei vor 1800, stolz: „Wir haben sie wieder auf die Tagesordnung gesetzt“.

An der Wand hängt schon das kleinste Werk von Tizian, das Bildnis eines jungen Mannes, entstanden 1510, als der Maler gerade in seinen frühen 20er Jahren war. Das „lyrische Männerporträt“ (Eclercy) ist zugleich das einzige Werk von Tizian in der Städel-Sammlung. Zwanzig Arbeiten von ihm versammelt die Ausstellung, darunter sechzehn Gemälde, auch das einmalig. Von vielen Häusern aus haben die Werke die Reise angetreten.

Venezianische Renaissance: Das bedeutet kräftige, leuchtende Farben. Zur Zeit Tizians war denn auch Farbenhändler in Venedig ein eigener Beruf und selbstverständlich besaß der Meister einen solchen, der ihn belieferte. Dann ist es endlich so weit: Das große Format von Paolo Veronese wird aus dem Dunkel seiner Transportkiste ans Tageslicht geholt und Zentimeter für Zentimeter an die Wand bugsiert. Aus dem staatlichen Ringling Museum im US-Bundesstaat Florida trat es die weite Reise nach Frankfurt an.

Und dominiert die erste von acht thematischen Abteilungen. Hier geht es um Varianten des Marienbildes. Bei Veronese sitzt die Maria mit dem Kinde zentral in der Bildmitte, umhüllt von einem leuchtend dunkelblauen Tuch. Es ist End- und Höhepunkt der Entwicklung einer Bildgattung, die „Sacra Conversazione“ („Heiliges Gespräch“) genannt wird.

Die Besucher erwarten viele andere herausragende Beispiele venezianischer Renaissance-Malerei. Da sind Landschaftspanoramen. Da gibt es die Idealbilder schöner Frauen, der sogenannten „Belle donne“. Aber natürlich auch Männerporträts, nicht zuletzt von den Dogen, den Herrschern der Republik Venedig. Die Ausstellungs-Architektur deutet geschwungene Arkaden an.

Nur drei Werke der gesamten Schau stammen aus Privatbesitz, alle anderen wurden in langer Vorbereitungsarbeit bei anderen Museen und Kunst-Institutionen mobilisiert. Bis zum 26. Mai wird die Ausstellung zu sehen sein.

Tizian-Ausstellung in Frankfurt - Öffnungszeiten

„Tizian und die Renaissance in Venedig“ ist vom 13. Februar bis zum 26. Mai im Städel-Museum zu sehen.  Öffnungszeiten sind dienstags, mittwochs, samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags und freitags von 10 bis 21 Uhr.

Der Eintritt kostet samstags, sonntags und feiertags 16 Euro, sonst 14 Euro. (jg)

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