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Veggienale & Fairgoods in Frankfurt: Vegane Wurst aus der Ukraine

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Von: Ramona Wessmann

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Dem fünfjährigen Joris schmecken die vegetarischen Wurstzipfel besonders gut. Rolf Oeser (2)
Dem fünfjährigen Joris schmecken die vegetarischen Wurstzipfel besonders gut. Rolf Oeser (2) © Rolf Oeser

Die Nachhaltigkeitsmesse Veggienale & FairGoods begeistert mit regionalen und internationalen Angeboten.

Vegane Wurstspezialitäten aus der Ukraine, fair gehandelte Gewürze, Naturkosmetik, das alles und noch mehr wurde am Samstag und Sonntag in der Jahrhunderthalle auf der Nachhaltigkeitsmesse Veggienale & Fairgoods präsentiert. Diese kam bereits zum siebten Mal in die Rhein-Main-Region. Rund 70 Stände gab es dieses Mal, das Angebot reichte von veganen und vegetarischen Lebensmitteln bis hin zu fair hergestellter Mode, Infoständen von Verbänden wie Proveg oder NGOs wie Greenpeace bis hin zur Nachhaltigkeitsbank Triodos. Das Programm war reich gespickt mit Top-Vorträgen von Fachleuten aus der veganen Szene, so kam etwa der bekannte Ernährungswissenschaftler Niko Rittenau zur Veggienale.

Auch aus dem Rhein-Main-Gebiet waren Aussteller:innen vertreten. Wie der Gewürzhändler Roots aus Neu-Isenburg. 2018 wurde das Familienunternehmen gegründet, 2019 ging es auf den Markt. Ein Jahr danach brach die Corona-Pandemie aus. Das war laut Geschäftsführer Patrick Eisermann „ziemlich hart“. Umso mehr freut sich das Unternehmen, seine Produkte auf der Veggienale anbieten zu können. Was diese von anderen unterscheidet? Die Gewürze würden direkt aus aller Welt angekauft und wiesen eine extrem hohe Qualität auf, so Eisermann. Qualitätskontrollen und faire Arbeitsbedingungen würden persönlich vor Ort überprüft. Abgefüllt und verpackt wird dann alles in Neu-Isenburg. Den Besucher:innen gefällt das, der Stand von Roots ist gut besucht.

Von sehr viel weiter her kam der Aussteller Vegetus, nämlich aus der zweitgrößten Stadt der Ukraine, Charkiw. Der Krieg vertrieb ihn aus seiner Heimat, weshalb das Unternehmen seine Produkte heute in Tschechien herstellen lässt. Standinhaber Aleksey Gonsky sagt, dass sie in der Ukraine Marktführer von pflanzlichen Ersatzprodukten wären. In Deutschland hätten sie bisher noch keinen Online-Shop, seien jedoch am Planen. Die Deutschen würden die Produkte mögen, so Gonsky. Das habe man bei der Teilnahme an anderen Veggie-Messen bereits gespürt. Man müsse nur noch genauer herausfinden, worauf die deutschen Konsument:innen Wert legten.

Das Angebot von Vegetus ist breit gefächert. Das ukrainische Unternehmen bietet Alternativen für ukrainische Wurstspezialitäten an. Ob Spinatwürste, Käsewürste oder Krakauer Wurst. Die Auswahl an Ersatzprodukten, vorwiegend aus der osteuropäischen Küche kommend, scheint groß.

Zahlen

Ein Prozent der Bundesbürger ernährt sich rein pflanzlich. Das macht in absoluten Zahlen rund 840 000 Veganerinnen und Veganer.

Sie essen im Vergleich zu Vegetariern auch keinen Käse sowie keine Eier und trinken keine Kuhmilch.

Sieben Prozent der Bevölkerung setzen Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Ernährungsreport 2022 zufolge auf vegetarische Kost.

Der Großteil der Nachfrage nach vegetarischen und veganen Produkten kommt von einer anderen, viel größeren Gruppe: den 44 Prozent Flexitariern, die bewusst den Konsum tierischer Produkte reduzieren. dpa

Aleksey Gonsky hält seine Produkte für zukünftig sehr erfolgreich. Er glaubt an den Slogan von Vegetus: „Modern food for smart life“, und ist sich sicher, dass die Deutschen ein so „modernes“ Leben führen, dass sie die pflanzlichen Würste des Unternehmens schätzen werden. Vegetus konzentriere sich hier nun auf den europäischen Markt.

Abgesehen von den Ausstellenden und Ständen tummelten sich viele Besucher:innen jeden Alters auf der Messe. Und vegetarisch oder vegan waren sie auch nicht alle. Veranstalter Daniel Sechert findet jedoch, dass genau das wichtig sei. Die Messen hätten mitunter das Ziel, genau diese Menschen, die zwar Interesse haben und offen sind, jedoch noch auf der Schwelle wären, abzuholen und von einem nachhaltigen Lebensstil zu überzeugen. Ob dies nun Ernährung oder Konsum betrifft.

Die Veggienale bot erneut eine diverse Anzahl an Ständen an mit einigen Newcomern, wie aber auch Altbekanntem. Doch das Schönste, so Messebesucherin Isabella, sei „die Energie der Community“ gewesen, die auf der Messe zu spüren gewesen sei.

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