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Moses Pelham und Bernd Reisig: Veganes Gyros für Bedürftige

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Von: Judith Köneke

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Bernd Reisig bietet Obdachlosen und hilfsbedürftigen Frankfurtern ein veganes Menü. christoph boeckheler (4)
Bernd Reisig bietet Obdachlosen und hilfsbedürftigen Frankfurtern ein veganes Menü. christoph boeckheler (4) © christoph boeckheler*

Moses Pelham und Bernd Reisig organisieren in Frankfurt kostenloses Essen im Ratskeller. Dass die Speisen vegan sind, steht bei der Veranstaltung im Hintergrund.

Frankfurt - Die meisten Teller, die die Helferinnen und Helfer zurück in die Küche bringen, sind leer. Ein gutes Zeichen möchte man annehmen. Es sei denn, der Hunger der Menschen, die am Dienstagnachmittag in den Ratskeller des Römers gekommen sind, war einfach zu groß. Nein, die meisten, die man fragt, sind voll des Lobes. „Es war wirklich lecker“, sagt Doris Keller. Ein wenig skeptisch sei sie schon, hatte sie noch vorher erzählt. Denn das Menü war komplett vegan. Musiker und Produzent Moses Pelham und Bernd Reisig mit seiner Stiftung haben das Essen für Obdachlose und hilfsbedürftige Menschen organisiert.

Wie bereits im Jahr zuvor, bei der ersten Veranstaltung, spendete Nir Rosenfeld, der Inhaber des veganenen israelischen Restaurants „Kuli Alma“, das Essen. Auf den prall gefüllten Tellern sind Gyros aus Weizen- und Erbsenprotein, Kartoffeln, Blumenkohl, Rot- und Weißkraut, Linsensalat mit Tahini-Sauce angerichtet. Als Nachtisch gibt es Kuchen. „Es war sehr lecker gewürzt und gab viele verschiedene Komponenten“, erklärt Doris Keller. Ein Stück Fleisch hätte ihr aber schon auch gefallen. Sie sei dennoch dankbar für das reichhaltige Essen. Schließlich fehle dafür oft das Geld. Mit der Grundsicherung von zwölf Euro am Tag komme man nicht weit. Zudem sei ja alles teurer geworden.

Nir Rosenfeld vom Restaurant Kuli Alma kochte umsonst.
Nir Rosenfeld vom Restaurant Kuli Alma kochte umsonst. © christoph boeckheler*

Moses Pelham und Bernd Reisig bieten in Frankfurt Essen für Bedürftige an

Fast jeder Platz in dem großen Raum ist besetzt, rund 250 Essen werden verteilt. Da draußen noch Menschen warten, werden manche Stühle auch zweimal hintereinander vergeben. Mehr als 30 freiwillige Helferinnen und Helfer unterstützen die Aktion. Auch Robby und Manuela, die ihren Nachnamen nicht nennen wollen, hat es gut geschmeckt. Sie haben die Einladung im Franziskustreff erhalten. In das Kloster in der Innenstadt gehen sie öfter zum Essen. Solche Aktionen wie diese sollte es öfter geben, finden sie. Denn auch sie müssen mit wenig Geld auskommen, da sei jegliche Hilfe dringend nötig.

Bernd Reisig, Vorstand seiner Stiftung „Helfen Helfen“ ist zwar kein Veganer, aber verzichtet immer öfter auf Fleisch. Und hat in letzter Zeit selbst festgestellt, wie lecker veganes Essen sein kann. „Natürlich geht es vielen Obdachlosen darum, überhaupt eine Mahlzeit zu bekommen.“ Aber man könne durch diese Aktion auch zeigen, was es für gute Fleisch-Alternativen gebe und die Menschen für diese Art von Ernährung sensibilisieren.

Organisator Moses Pelham tischt auch mit auf.
Organisator Moses Pelham tischt auch mit auf. © christoph boeckheler*

Frankfurt: Moses Pelham verzichtet seit 2014 auf tierische Produkte

Dorothea Abraham und ihren Tischnachbarn hat es ebenfalls gemundet. Sie lebe zwar nicht vegetarisch, komme aber auch gut ohne Fleisch klar. „Für die Armen in der Stadt wird schon gut gesorgt“, ist sie der Meinung. Ihre Rente reiche hinten und vorne nicht. Um Essen oder Haushaltsartikel zu kaufen, schäme sie sich auch nicht, Flaschen zu sammeln. „Aber zum Glück bin ich nicht obdachlos.“

Moses Pelham, der die vollen Teller zu den Gästen bringt, verzichtet bereits seit 2014 auf Fleisch und tierische Produkte. Bei Reisigs alljährlichem weihnachtlichem Gans-Essen für Bedürftige kellnert er trotzdem. Dabei entstand die Idee, ein zusätzliches veganes Menü auszugeben. „So ist es doch eine gute Sache für alle.“ Die Menschen, die kommen, erhalten ein gutes leckeres Essen und kein Lebewesen kommt zu Schaden. (Judith Köneke)

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