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Marcus Jeroch ist vielen als Conférencier im Tigerpalast bekannt. Jetzt moderiert er auch den Varieté Frühling. 

Varieté in Frankfurt

Varieté Frühling in Frankfurt: Jonglage mit Wörtern und Bällen

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Der Conférencier Marcus Jeroch moderiert in Frankfurt den Varieté Frühling im Neuen Theater Höchst.

Breite, schwarze Augenbrauen, knallrote Lippen, ein weiß geschminktes Gesicht und Haare überall: Der Bühnenkünstler Marcus Jeroch schminkt sich wie ein Dirigent. Doch er schwingt zur Musik keinen Taktstock, sondern jongliert mit Bällen. „Die Variationen in der Jonglage sollen die Musik widerspiegeln“, sagt Jeroch, vielen durch seine Moderation im Tigerpalast bekannt. Wenn er jetzt im März im Neuen Theater Höchst in Frankfurt im Varieté Frühling auftritt, ist er nicht nur Jongleur, sondern auch Conférencier.

Marcus Jeroch lernte nach dem Abbruch eines Jura-Studiums Jonglage an der „Etage“, der Schule für die darstellenden und bildenden Künste in Berlin. „Als Jongleur tritt man sein Leben lang mehr oder weniger mit einer Nummer auf“, sagt der gebürtige Hamburger, der seine Kindheit in Afrika verbrachte. Nur Jongleur zu sein, reichte ihm nicht.

Frankfurt: Jeroch in vertrauter Rolle

Während seiner Ausbildung trat Jeroch auf der Bühne des Scheinbar-Varietés in Berlin auf. „Dort hat ein Schauspieler Texte von Ernst Jandl gesprochen. Das fand ich so toll, dass ich mich mehr mit Ernst Jandl beschäftigt habe“, sagt er. Schließlich verknüpfte er eine Nummer aus der Jonglage mit einem Text von Jandl. Später kamen Texte anderer Autoren hinzu, vor allem von Friedhelm Kändler. Daher bezeichnet sich Jeroch selbst als einen „Literarieté“. Als solcher verbindet er als Solist in seinem Programm „Schöner Denken“ Literatur mit Elementen des Varietés.

Als Conférencier führt der Bühnenkünstler von Mittwoch, 4. März, bis Sonntag, 29. März, im Neuen Theater Höchst durch den Varieté Frühling. Die Rolle ist ihm vertraut. Er arbeitet auch im Frankfurter Tigerpalast und im Hansa-Theater in Hamburg als Conférencier. „Wenn ein Conférencier gut ist, dann bekommt er es hin, sein Können auf die Bühne zu bringen und gleichzeitig den Künstlern, die ihm folgen, einen guten Boden zu bereiten“. sagt Jeroch. So wird er im Neuen Theater Höchst unter anderem das Duo Elja einführen. Die Luftakrobatinnen, zwei von vielen Artisten und Künstlern, die im Varieté Frühling auftreten, wirbeln an ihren Strapeten verschlungen durch die Luft und begeistern ihr Publikum mit Präzision, Schnelligkeit und Hebefiguren.

Frankfurt: An der Schminke spart Jeroch inzwischen etwas

Auf dem Kontrabass begleitet Wolfgang Fernow die Worte Jerochs, der auch als Conférencier wie in seinem Solisten-Programm „Schöner Denken“ Texte von Friedhelm Kändler vortragen wird. Inzwischen ist Jeroch sogar Herausgeber der Bücher des deutschen Dichters und Bühnenautoren. Als „Literarieté“ nimmt er am liebsten Kändelers Bücher und Bälle mit auf die Bühne, um mit ihnen und Wörtern zu jonglieren. „Ich führe als der literarisch intelligent unterhaltende Jongleur durch das Programm“, sagt Jeroch.

Es passe zu den literarischen Texten, dass er als stark geschminkte Kunstfigur auftrete. Daher verändere er sein Bühnenoutfit auch nicht. Lediglich an der Schminke spare er inzwischen etwas, sagt der Bühnenkünstler. „Ich habe in meiner Ausbildung gelernt, dass man sich größer schminken muss, damit auch die Zuschauer in den hinteren Reihen das sehen können“, sagt er.

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