Städtische Bühnen in Frankfurt am Main.
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Städtische Bühnen in Frankfurt am Main.

Koalition

Varianten für neue Oper durchrechnen und vergleichen

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die CDU und die Grüne im Frankfurter Römer haben verschiedene Vorstellungen vom künftigen Bühnenstandort.

Die Koalitionspartner der SPD im Römer reagieren überrascht auf den Vorschlag von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD), die Oper auf dem Grundstück der Frankfurter Sparkasse an der Neuen Mainzer Straße errichten zu lassen. Diese Idee war in der Koalitionsrunde nicht vorgestellt worden.

„Erst sagt der Oberbürgermeister, eine Entscheidung sei in Zeiten von Corona nicht dringlich, nun macht der Planungsdezernent Druck“, sagte Sebastian Popp, kulturpolitischer Sprecher und Fraktionschef der Grünen. „Vielleicht sollte die SPD ihre Einstellung überdenken.“ Die Grünen bevorzugten nach wie vor die sogenannte Spiegellösung, bei der das neue Schauspiel am Eurotower gegenüber der neuen Oper auf dem Willy-Brandt-Platz errichtet wird.

Die CDU im Römer lobte, dass Hartwig ihre Pläne für „unsinnige und teure Interimsspielstätten“ aufgegeben habe, sagte Thomas Dürbeck, der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion. Damit beweise sie „künstlerische und wirtschaftliche Vernunft“. Den Vorschlag für eine neue Oper auf dem Sparkassengelände nannte er interessant. Demnach soll die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) ihr Grundstück günstig oder unentgeltlich an die Stadt abgeben, die dann Baurecht für ein 195 Meter hohes Hochhaus nach Plänen von KSP Jürgen Engel Architekten erteilen würde - in dem Büroturm mit Glasfassade und Altbausockel soll auch die Dependance des Weltkulturenmuseums unterkommen. Die Stadt hatte zuletzt eine Bauvoranfrage positiv beschieden.

„Wenn es also tatsächlich zu einem Tausch Baurecht gegen ein rund 6000 Quadratmeter großes Grundstück neben dem Japan Center ohne Aufpreis für die Stadt kommen sollte, wäre das eine ernsthaft zu prüfende Variante“, sagte Dürbeck. Wie auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Bettina Wiesmann warb er dafür, alle Varianten, einschließlich des Ostend-Vorschlags, durchzurechnen und zu vergleichen.

Kritisch sieht die CDU die Spiegellösung, also eine Verlagerung des Schauspiels in die Wallanlagen vor den Eurotower. Dürbeck kritisiert, dadurch entstehe ein „massiver Sperrriegel“, der vorhandene Wege durchbreche.

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