1. Startseite
  2. Frankfurt

Uwe Becker kritisiert Frankfurter SPD nach Urteil gegen Feldmann

Erstellt:

Von: Georg Leppert

Kommentare

Uwe Becker (silberne Kette) und Peter Feldmann (goldene Kette) konnten nie viel miteinander anfangen.
Uwe Becker (silberne Kette) und Peter Feldmann (goldene Kette) konnten nie viel miteinander anfangen. © peter-juelich.com

In den Reaktionen auf den Schuldspruch gegen den Ex-Oberbürgermeister überwiegt die Hoffnung, dass dieses Kapitel Frankfurter Stadtgeschichte nun abgeschlossen ist.

Yannick Schwander reagiert am schnellsten. Der CDU-Stadtverordnete, der auch im Vorstand seiner Partei ist und zum eher um Ausgleich bemühten Flügel der Christdemokraten zählt, äußert sich wenige Minuten nach Bekanntgabe des Urteils gegen Peter Feldmann. Der Schuldspruch zeige, „wie richtig es war“, den einstigen Oberbürgermeister abzuwählen. „Dieses unrühmliche Kapitel der Frankfurter Stadtgeschichte hat damit nun also hoffentlich ein echtes Ende“, so Schwander. Dieser Wunsch dürfte sich allerdings nicht erfüllen. Kurz nach Ende der Urteilsbegründung kündigt Feldmann im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau an, er werde „höchstwahrscheinlich“ in Revision gehen.

Uwe Becker sucht zumindest am Freitagvormittag nicht den Kontakt zur Presse. Der Kreisvorsitzende und OB-Kandidat der CDU legt aber auch nicht gleich auf, als ihn die Frankfurter Rundschau anruft und um einen Kommentar bittet. „Viele Vorwürfe, die über Monate diskutiert wurden, haben sich bestätigt“, sagte er und macht der SPD den Vorwurf, nicht schnell genug die Konsequenzen aus Feldmanns Verwicklung in den AWO-Skandal gezogen zu haben. Die Sozialdemokraten hätten Feldmann zu lange gestützt.

„Wichtig war die Abwahl“

Natürlich kommt auch von Yanki Pürsün eine Reaktion. Der FDP-Politiker mit den vielen Aufgaben und Ämtern (Landtagsabgeordneter, Fraktionschef im Römer, OB-Kandidat) hatte die Aufklärung des AWO-Skandals politisch vorangetrieben und als einer der Ersten im Rathaus die Frage gestellt, ob Feldmann Oberbürgermeister bleiben könne. Der Schuldspruch für Feldmann sei „das erste Urteil gegen einen Politiker im AWO-Skandal“, schreibt Pürsün auf Twitter. Für Feldmann müsse der Richterspruch Anlass sein, sein „Verhalten zu überdenken und Schönreden zu beenden“.

Später schickt die FDP im Römer eine Pressemitteilung. „Im Prozess hat der ehemalige Oberbürgermeister hoch gepokert, inklusive unglaublichen Aussagen vor Gericht. Diese haben besonders seine Familie in Mitleidenschaft gezogen“, heißt es darin. Damit spielen die Freidemokraten auf Feldmanns Äußerungen über sein Verhältnis zu seiner Ehefrau an. Unter anderem hatte er gesagt, er hätte sich eine Abtreibung des gemeinsamen Kindes gewünscht. Die Aussage bereute Feldmann später.

Die Stadtverordnete der Grünen, Julia Eberz, erklärt auf Twitter, das Strafmaß sei angemessen. „Wichtig für Frankfurt war jedoch der 6. November, als über 200 000 Bürger:innen den Weg frei gemacht haben, um dem Amt wieder die Würde zu geben, die ihm zusteht.“

Und auch die Satirepartei „Die Partei“ meldet sich. Stadtverordneter Falko Görres schreibt auf Twitter: „Als Hauptstadt des Verbrechens hat Frankfurt mehr verdient als einen OB, der zu einer so läppischen Geldstrafe verurteilt wird. Wo sind die ernstzunehmenden Kriminellen?!“

Auch interessant

Kommentare