USDemokraten03_210920_1
+
Demokraten auf dem Römerberg. Rolf Oeser

Frankfurt

US-Amerikaner in Frankfurt: Donald Trump besiegen

US-Bürger helfen am Sonntag auf dem Römer ihren Landsleuten bei Fragen zur Präsidentschaftswahl - unabhängig davon, für welche Partei sie stimmen

US-Amerikanerin Amy lebt seit mehreren Jahrzehnten in Frankfurt. Gerade hat sie sich an einem Informationsstand von „Vote from Abroad“ auf dem Römerberg für die US-Präsidentschaftswahl am 3. November registrieren lassen. Eigentlich interessiere sie sich nicht besonders für die amerikanische Politik, sagt sie. Gewählt habe sie bisher noch nie. Auf die Frage, warum sie dieses Mal abstimmen wolle, antwortet sie: „Gotta beat the beast“. Auf Deutsch: „Wir müssen das Biest besiegen“. Gemeint ist der amtierende US-Präsident Donald Trump.

In Frankfurt leben nach Angaben des Bürgeramts, Statistik und Wahlen etwa 3000 wahlberechtigte US-amerikanische Staatsangehörige. An sie richtet sich die Aktion der überparteilichen Kampagne „Vote from Abroad“ am Sonntag. Freiwillige von VFA beantworten Fragen zur anstehenden Wahl und helfen US-Bürgerinnen und Bürgern, sich für die Wahl zu registrieren. Ins Leben gerufen wurde die Plattform von der Organisation „Democrats Abroad“, eine Untergruppe innerhalb der Demokraten für im Ausland lebende US-Amerikaner und Amerikanerinnen.

„Ziel ist es, so viele amerikanische Staatsangehörige, wie wir finden können, zu registrieren“, sagt Barbara Chap, Vorsitzende der „Democrats Abroad Frankfurt“. Dabei spiele es keine Rolle, welche Partei die angesprochenen Personen beabsichtigten zu wählen „In einer Demokratie müssen alle wählen gehen“, sagt sie.

Die Wahlbeteiligung der letzten Jahre allerdings zeigt: Das ist nicht immer der Fall. Laut Informationen der New York Times sind etwa 2,9 Millionen im Ausland lebende US-Bürgerinnen und Bürger wahlberechtigt. Bei der Präsidentschaftswahl 2016 gaben davon lediglich etwa sieben Prozent ihre Stimme ab, verglichen mit einer Wahlbeteiligung von etwa 60 Prozent im Inland.

Laut der US-Amerikanerin Kate Sawyer von „Vote from Abroad“, gibt es dafür vor allem einen Grund: Die Teilnahme an der Wahl sei kompliziert. So müssten sich Wahlberechtigte aus dem Ausland vorher registrieren, und zwar in dem Bundesstaat, in dem sie zuletzt gelebt haben. „Bei 50 Staaten gibt es 50 verschiedene Regeln“, sagt Sawyer. Aus diesem Grund helfe sie Interessierten sich zu registrieren. Sie selbst lebt seit sechs Jahren in Deutschland.

Auch der 63-jährige Carl Taylor steht heute am Informationsstand und beantwortet Fragen. Er trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift „Biden, Harris, 2020“. Er sei schon sein ganzes Leben Demokrat, erzählt er. Er ist sich sicher: Die Wahl im November werde größer sein als je zuvor. „So viele Leute werden wählen gehen“, sagt er. Grund dafür sei die Unzufriedenheit mit Donald Trump. „Er leugnet den Klimawandel. Aber was ist mit den Bränden in Kalifornien?“, sagt er. Er selbst sei im Jahr 1976 als GI-Soldat nach Deutschland gekommen und geblieben. Seit zehn Jahren sei er bei den „Democrats Abroad“ aktiv. „Nur weil wir in Europa leben, heißt das nicht, dass uns Amerika egal ist.“

Der Informationsstand von „Vote from Abroad“ war nicht die einzige Veranstaltung auf dem Römerberg am Sonntag. Zur gleichen Zeit begrüßte Oberbürgermeister Feldmann auf dem „Newcomers Festival“ neu in Frankfurt lebende Menschen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare