Kommentar

Unwürdige Farce

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Wie die Stadt Frankfurt mit Amtsleiter Michael Simon umgeht, ist unwürdig. Er ist zum Spielball von Kommunalpolitikern geworden. Ein Kommentar.

Wenig mehr als zweieinhalb Jahre stand der promovierte Bauingenieur und Wirtschaftswissenschaftler Michael Simon im Dienst der Stadt Frankfurt. Am Ende muss der Umgang der Kommune mit dem 41-Jährigen unwürdig genannt werden. Der Leiter des Amts für Bau und Immobilien (ABI) ist zum Spielball von Kommunalpolitikern geworden, denen ihr persönliches Profil allemal wichtiger erscheint als die Sache.

Zur Erinnerung: Simon kam unter anderem, um den dringend notwendigen Bau von Schulen und Kitas zu beschleunigen. Er erzielte durchaus erste Erfolge. Doch jetzt hinterlässt er ein Amt, dessen Beschäftigte durch die Affäre Simon verunsichert sind. Eine Reihe von Mitarbeitern hat in der Folge gekündigt. Warum Baudezernent Jan Schneider (CDU) nach recht kurzer Zeit zum letzten Mittel griff, Simon von seinen Aufgaben freizustellen, hat er bis heute nicht erklärt. Die bekanntgewordene Zerrüttung des persönlichen Verhältnisses der beiden Männer rechtfertigt einen solchen Schritt jedenfalls nicht.

OB Peter Feldmann scheut nicht davor zurück, diese Situation politisch zu instrumentalisieren. Der Sozialdemokrat richtet eine Abschiedsfeier für den Fachmann aus, den sein CDU-Magistratskollege Schneider vorher aus dem Amt gejagt hatte. Dass er als Ort für diese Farce allen Ernstes die geschichtsträchtige Paulskirche wählt, ist hanebüchen. Am Ende kann Simon froh sein, dass er Frankfurt hinter sich lässt.

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