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Der Feldhamster kann Freunde, die auf ihn aufpassen, sehr gut gebrauchen.

Artenschutzkonzept

Unterwegs zu mehr Artenschutz in Frankfurt

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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  • Thomas Stillbauer
    Thomas Stillbauer
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Das städtische Konzept, 2011 beschlossen, soll im kommenden Jahr endlich fertig sein. Erste Schritte sind bereits umgesetzt.

Für den 3. Mai 2021 ist die zweite Frankfurter Biodiversitätskonferenz geplant: ein Treffen aller Leute und Organisationen, denen die Vielfalt der Lebewesen und Pflanzen in der Stadt ein Anliegen ist. Sie zu bewahren, dazu rief schon die erste Biodiversitätskonferenz 2017 auf. Dasselbe Ziel hat das Frankfurter Artenschutzkonzept, an dem Fachleute inzwischen seit beinahe neun Jahren arbeiten.

Im Frühjahr dieses Jahres sollte der Plan eigentlich endlich vorliegen, aber dann kam 2020 bekanntlich vieles anders als geplant. Im Umweltausschuss der Stadtverordneten informierte das Umweltamt am Donnerstagabend über den Stand der Dinge.

Frankfurt beherbergt, gemessen an seiner Größe, eine erstaunliche Zahl von Tier- und Pflanzenarten – auch solchen, die im Bestand gefährdet sind. Für den Steinkauz etwa hat die Stadt eine besondere Verantwortung, weil er sich hier inzwischen ganz ordentlich angesiedelt hat. Das liegt zu einem erklecklichen Teil auch daran, dass vor gut zehn Jahren der Ruf nach Paten für Streuobstwiesen enorm erfolgreich war. Der Steinkauz wohnt nämlich gern in den Apfelbäumen auf solchen Wiesen.

Ähnlich starke Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung wünscht sich die Stadt auch im Zusammenhang mit dem Artenschutzkonzept. Schon früh wurde die Bevölkerung eingebunden und um Mithilfe gebeten. Auf dem weg zum Schutzkonzept erhob das Umweltamt zunächst den Bestand an Arten und Biotopen, bewertete sie dann, bestimmte Kernlebensräume und setzte erste Maßnahmen um. Dazu gehört etwa der Mainbogen in Fechenheim: Die Stadt hat dort im vorigen Jahr einen Altarm wieder hergestellt und will bald einen zweiten, noch deutlich größeren Arm folgen lassen.

Klimaschutz wirke sich unmittelbar auf die Artenvielfalt aus, sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). An jedem Baum in Frankfurt lebten 40 000 Insekten. Es lohne sich, dafür zu kämpfen, dass es dabei bleibt. Heilig räumte ein, dass sie im klassischen Konflikt zwischen Klimaschutz und Stadtplanung nicht alle Forderungen durchsetzen könne. „Ich habe auch eine soziale Verantwortung“, etwa für den Wohnungsbau, sagte Heilig.

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