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Medikamentenmissbrauch

Untersuchung: Fatale Sucht nach Schmerzmitteln

  • Steven Micksch
    vonSteven Micksch
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Ein Team der University of Applied Sciences ist Teil eines Projekts zu Medikamentenmissbrauch. Können Opioide auch in Deutschland ein Problem werden?

Unter Federführung des Instituts für Suchtforschung Frankfurt an der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) ist ein EU-Projekt gestartet, dass den Missbrauch synthetischer Opioide in Europa und Nordamerika untersuchen soll. Synthetische Opioide sind chemisch hergestellte Stoffe, die morphinartige Eigenschaften aufweisen. Beispiele sind Fentanyl oder Methadon.

Hintergrund ist unter anderem die seit Jahren andauernde Opioidkrise in den USA, bei der viele Menschen durch den Schmerzmittelmissbrauch ihr Leben verlieren. Zwischen 1999 und 2017 sind nach Behördenangaben fast 400 000 Menschen in den USA an den Folgen von Opioidmissbrauch gestorben. Und die synthetischen Stoffe sind auch in Europa bereits ein Problem.

Heino Stöver ist der Geschäftsführende Direktor des Instituts für Suchtforschung Frankfurt. Der 64-Jährige ist Teil des zweiköpfigen Teams an der UAS, das mithilfe des EU-Projekts eine Antwort auf die Frage geben möchte, ob so etwas auch in Deutschland oder anderen EU-Ländern passieren könnte. Auch Forscher aus den Niederlanden, Belgien, Finnland und Estland sind an der Untersuchung beteiligt. Gerade Estland ist für die Forschung essenziell, da dort das Problem des Missbrauchs bereits aufgetreten ist und die Rate der Drogentoten merklich gestiegen ist. „Die räumliche Nähe zu Russland begünstigte diesen Verlauf“, sagt Stöver. Auf dem russischen Schwarzmarkt werden die synthetischen Stoffe angeboten.

Auch in Deutschland werden diese sehr wirksamen Stoffe zur Schmerzbehandlung genutzt. „Aber bei uns gibt es eine restriktive Verschreibungspflicht“, so der 64-jährige Professor. Anders ist es in den USA, wo die Mittel großzügig verschrieben wurden. Als es auf Rezept nichts mehr gab, besorgten sich die Patienten auf anderen Wegen die Schmerzmittel, allerdings oftmals in viel zu hohen Konzentrationen.

Das EU-Projekt will vor allem verhindern, dass es in den EU-Mitgliedsländern zu einer solchen Entwicklung kommt. Das soll erreicht werden, indem das Projekt die Reaktionen verschiedener europäischer Gesundheitssysteme auf die Verbreitung und den Gebrauch synthetischer Opioide in Europa verbessern soll. Insgesamt fließen in das Projekt 500 000 Euro Fördermittel über eine Laufzeit von 24 Monaten. Das Projekt läuft bis zum 31. Dezember 2021.

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