1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Unterliederbach

Von starkem Wachstum geprägt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Greta Zimmermann

Kommentare

Im Silobad können die Unterliederbacher entspannen ? oder wagemutig vom Dreier springen.
Im Silobad können die Unterliederbacher entspannen ? oder wagemutig vom Dreier springen. © Peter Jülich

Reges Vereinsleben und die Nähe zum Zentrum machen den Stadtteil attraktiv.

Hochhaussiedlungen und alte Fachwerkhäuser, viel Grün und starker Verkehr – Unterliederbach hat viele Gesichter. Im Norden an den Main-Taunus-Kreis angrenzend und durch die A66 direkt an die Innenstadt angebunden, ist der Stadtteil bei vielen beliebt, die sich gerne in der Natur aufhalten und trotzdem die Nähe zur Stadt lieben.

Wie alle Gemeinden im Frankfurter Westen wurde Unterliederbach im 19. Jahrhundert stark vom Bau der Farbwerke in Höchst beeinflusst. Wohnhäuser und Arbeitersiedlungen mussten gebaut werden. Seitdem sind die Anwohnerzahlen immer weiter gestiegen.

Die Königsteiner Straße, die sich durch Unterliederbach zieht, teilt den Stadtteil in Ost und West. Auf der stark befahrenen Hauptstraße gibt es noch Metzgereien und kleinere Fachgeschäfte. Die Hochhäuser nord-östlich der Königsteiner Straße bilden eine bewohnte Schallschutzwand zur angrenzenden Autobahn und sind als „Papageiensiedlung“ bekannt. Im Westen befindet sich der alte Ortskern, die Dorfkirche und das Heimatmuseum „Haus Rumpf“, das in einer umgebauten Scheune untergebracht ist. Auch der Namensgeber des Stadtteils, der Liederbach, fließt hier hindurch. 

In der Waldsporthalle im Süden sind die Frankfurter Basketballer zuhause. Seit 2015 tragen auch die Volleyball-Bundesligisten United Volleys ihre Heimspiele in der Ballsporthalle aus. Nebenan liegt das Silobad, das 1956 von der Hoechst AG gebaut wurde. Das älteste beheizte Freibad Frankfurts kennen viele als „Froschkönig“ – benannt nach einer Statue, die auf einer Insel mitten im Schwimmbecken steht.

Die Jahrhunderthalle ist das bekannteste Bauwerk in Unterliederbach. Berühmte Tänzer und Musiker hatten hier schon ihren großen Auftritt. Beim „Sneak-Konzert“ in der Halle lassen sich die Besucher aber auch gerne davon überraschen, wer auf der Bühne steht.

Als Teil des Frankfurter Westens gehört Unterliederbach zum größten Ortsbeirat in Frankfurt. An Höchst, Sossenheim, Zeilsheim und Sindlingen angrenzend, ist es gut mit den benachbarten Stadtteilen vernetzt. „Wir gehören alle zusammen – der Frankfurter Westen eben“, sagt Oliver Göbel. Mit seinem Fahrrad besucht er regelmäßig den Höchster Wochenmarkt. Auch für Veranstaltungen wie das Höchster Schlossfest kommt er gerne in den Nachbarstadtteil.

Göbel ist Sozialbezirksvorsteher und im Stadtteil sehr aktiv. Als Mitglied im Vorstand des Vereinsrings und der Nachbarschaftshilfe in Unterliederbach bekommt er mit, was die Menschen beschäftigt. Die größte Sorge der Bewohner ist derzeit der Zuwachs. In den vergangenen Jahren brachten Neubaugebiete immer mehr Anwohner in den Stadtteil.

Insgesamt 16 663 Menschen waren im Sommer 2017 mit Hauptwohnung in Unterliederbach gemeldet. Anfang 2013 waren es noch 14 996. Das Wachstum ist deutlich zu spüren. Mehr Müll und weniger Parkplätze seinen nur ein Teil des Problems, sagt Göbel. Auch der Bus sei mittlerweile immer randvoll. Große Sorgen machen sich die Unterliederbacher besonders um die Betreuungsangebote für Kinder. Schon jetzt gibt es zu wenige Schul- und Kitaplätze. „Die Infrastruktur kommt da einfach nicht hinterher“, sagt Göbel.  

Trotzdem lebt Göbel gerne in Unterliederbach. Durch Nachbarschaftsprojekte sei man in den vergangenen Jahren immer näher zusammengerückt. „Unterliederbach ist noch immer ein Stadtteil mit Dorfcharakter“, sagt der Sozialbezirksvorsteher. Er ist stolz auf das rege Vereinsleben und die vielen Angebote. Auch wenn es noch Zeit brauche, bis der Stadtteil sich auf die neuen Bewohner einstellen könne, habe Unterliederbach weiterhin beste Voraussetzungen, ein höchst lebenswerter Stadtteil zu sein.

Auch interessant

Kommentare