Unterliederbach

Klappern für die Kinder

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Der Ortsbeirat 6 wünscht der IGS 15 eine zeitgemäße Technik. Die Stadt Frankfurt sagt, das habe sie ohnehin geplant.

Zum kommenden Schuljahr verlässt die IGS 15 die ehemalige Karl-Oppermann-Schule in Unterliederbach. Dort soll eine neue Grundschule entstehen. Die IGS kommt in der Containeranlage an der Palleskestraße in Höchst unter. Kürzlich hat die CDU im Ortsbeirat 6 allerdings Alarm geschlagen. Die Schule sei nicht zeitgemäß ausgestattet, bemängelt die Fraktion.

Eilig hat sie einen Antrag als Tischvorlage eingebracht, den die anderen Parteien sogar als Mitantragsteller übernommen haben. Darin heißt es, die Stadt möge für die Schule vier neue Smartboards samt Dokumentenkamera anschaffen, dazu Tablets und Laptops, einen Beamer. Eine neue Schule sollte auch neue Ausstattung bekommen, findet der Ortsbeirat.

Laut Bildungsdezernat der Stadt ist das ohnehin vorgesehen. „An der Palleskestraße wird es alles geben, was die Schule braucht“, sagt Jetta Lüdecke, Referentin von Dezernentin Sylvia Weber (SPD). Also interaktive Tafeln, Beamer und Dokumentenkameras. Der IT-Beauftragte des Stadtschulamts und die Schule arbeiteten eng zusammen, sagt Lüdecke. Und das sei auch zuvor so gewesen.

Nur: „Der Beschluss, eine neue IGS 15 zu gründen, ist eine ziemliche ad hoc-Nummer gewesen“, sagt Lüdecke. Sieben Schulen habe die Stadt neu gegründet, alle mussten schnell irgendwo unterkommen. Zu diesem Zeitpunkt seien die Haushaltsberatungen abgeschlossen gewesen. Darum hatte die neue IGS 15 kein Budget. Bei den Haushaltsberatungen hat sie schlicht noch nicht existiert.

Das Stadtschulamt hat die neue Einrichtung also zunächst nicht mit neuem Gerät ausstatten können, aber mit Rückläufern, mit alten Rechnern aus anderen Einrichtungen. Die noch funktionieren, versichert Lüdecke, die technischen Support bekommen, die das Schulamt also problemlos betreiben kann.

Michael Weber sieht das ein bisschen anders. Der Musiklehrer an der IGS ist in der eingangs erwähnten Sitzung des Ortsbeirats 6 vorstellig geworden. Schlecht bis gar nicht ausgestattet sei seine Schule, beklagt er sich. Sie habe ohne Computer begonnen, sich aber immerhin privat PCs für Computerräume besorgt.

Dort teilen sich nun zwei Schüler einen Rechner. Auch einen Beamer gebe es nicht, keine interaktive Tafeln. Allerdings hätten sich das Kollegium selbst drei Smartboards organisiert. Eines sei bereits kaputt, zwei „auf dem absteigenden Ast“.

Die Schule habe just in der Woche der Ortsbeiratssitzung „gute und konstruktive Gespräche mit dem Stadtschulamt geführt“, sagt Lüdecke dazu. Technischer Support sei ein Problem, wenn Schulen private Spenden annehmen.

Gespendete Geräte kann das Stadtschulamt nicht so ohne weiteres am Laufen halten, die Software aktualisieren. Doch: Die Einrichtung habe sich keineswegs beim Dezernat beschwert, betont Lüdecke. Der kommissarische Schulleiter Jens Volcksdorff möchte dazu auch gar nichts sagen. Er ist mit dem anstehenden Umzug beschäftigt.

Es gehe nicht darum, die Bildungsdezernentin der SPD zu bedrängen, hat Markus Wagner, Fraktionsvorsitzender der CDU im Ortsbeirat 6, bei der Debatte am jenem Abend gesagt. Vielleicht will er es aber doch ein bisschen. Lehrer Weber ist immerhin ein Parteifreund: Fraktionsvorsitzender der CDU im Ortsbeirat 1. Andererseits ist lautes Klappern im Sinne der Kinder nicht unbedingt verkehrt. 

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