In der Parkstadt Unterliederbach lässt es sich auf neuen Grün- und Spielflächen wie hier am Hortensienring Nord gut spielen.

Unterliederbach

Blick in die Gruft an der Dorfkirche

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Durch die Erweiterung der Parkstadt wird Unterliederbach bald die 20.000 Einwohner-Marke durchbrechen.  

Der Stadtteil wächst. „Wenn die Parkstadt mit 1000 Wohnungen erweitert wird, durchbrechen wir die 20 000-Einwohner-Marke“, sagt Heinz Alexander vom Regionalrat. Auch darum feiern die Unterliederbacher jedes Jahr ein Bürgerfest. Dort erhalten die Neubürger erste Orientierung. Aber auch die Alteingesessenen freuen sich.

Am Sonntag, 16. Juni, 11 bis 20 Uhr, trifft sich der Stadtteil auf dem Hof der Ludwig-Erhard-Schule, Legienstraße 5. Los geht’s um 11 Uhr. Ab 14 Uhr führen Schulen und Vereine etwas vor, außerdem die Hundestaffel des Zolls. Der Regionalrat informiert und Besucher können die kostenlose Bürgerbroschüre mitnehmen, in der alle wichtigen Adressen und Telefonnummern aufgeführt sind. „Unterliederbacher Unternehmen finanzieren uns das“, lobt Alexander.

Wer etwas tiefer in die Historie eintauchen möchte, kann für acht Euro das neue Geschichtsheft von Heinz Alexander und Karl Leo Schneeweis erstehen. Das erste Heft haben die beiden Stadtteilkenner vor zwei Jahren veröffentlicht. Nun kommt die Fortsetzung. „Und wir schreiben bereits am dritten Buch.“

Anekdoten zur Grenze

Themen sind unter anderem die drei Unterliederbacher Friedhöfe. Der an der Dorfkirche (12. Jahrhundert bis 1872) kann gar mit einer Gräfinnen-Gruft aufwarten. Die ist eine Betheim-Isenburg’sche Grabstätte. Sie hatte mal ein „sehr würdiges Aussehen“, wie Alexander schreibt. Über der Gruft erhob sich ein schmiedeeiserner Aufbau. Den haben im Zweiten Weltkrieg die Eisensammler abgeholt.

Gräfin Luise von Ysenburg-Büdingen-Meerholz hatte 1834 ein Sommergut in Unterliederbach erworben. Im Winter lebte sie mit ihren Töchtern in Frankfurt am Rossmarkt, also beengt. Der Park ihres Sommersitzes in Unterliederbach umfasste vier Morgen und ging bis zum heutigen Bahnhof.

Im Laufe der Industrialisierung sind immer mehr Menschen nach Höchst und Unterliederbach gezogen, der Friedhof an der Dorfkirche wurde zu eng, die Gemeinde eröffnete einen neuen, der heute auf der anderen Seite der A66 liegt. Und ebenfalls geschlossen ist. In Betrieb ist heuer nur mehr der Höchster Hauptfriedhof. „Der liegt aber auf Unterliederbacher Gemarkung“, sagt Alexander und gluckst.

Das liegt daran, dass das Gräberfeld 1923 entstanden ist, zu der Zeit (1917-28) gehörte Unterliederbach zu Höchst. Die Anlage war da der neue Höchster Friedhof. Mit der Eingemeindung zu Frankfurt sind aber die alte Ortsgrenzen wieder zu Stadtteilgrenzen geworden.

Das Geschichtsheftgibt’s zu 8 Euro bei Heinz Alexander oder Karl Leo Schneeweis, bei Blumen Hector, Legienstraße 3, Bäckerei Wagner-Brauer, Hunsrückstraße 8, und Café Mio, Gotenstraße 82.

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