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Im klimafreundlichen Bühnenlicht ehrt Stadträtin Heilig (Mitte) den Kellertheater-Vorstand: Vollhardt, Enders, Kania, Sachs (v.l.).

Kellertheater

Unterirdische Leuchten fürs Klima

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Das Kellertheater hat sein Energiekonzept umgestellt, unter anderem auf LED-Bühnenlicht. Die städtische Förderung hilft.

So ein Lob tut doch immer gut. „Sie sind unsere besten – wie sagt man heute: Stakeholder“, verkündet Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). „Stake wie?“, schallt es zurück. Gelächter im Kellertheater. Heute geht es um Licht. Und um Energie. Und um die Zukunft des Planeten.

Seit September beleuchten nämlich nicht mehr 24 Halogenlampen die Bühne des kleinen Traditionstheaters am Main, sondern 18 Scheinwerfer mit LED-Technik. Die können mehr und verbrauchen weniger. Und weil sich der Trägerverein Junge Bühne Frankfurt noch zu weiteren umfassenden Schritten beim Energiesparen entschlossen hat, gab es gestern aus der Hand der Stadträtin Heilig eine Plakette zum An-die-Wand-Schrauben: „Wir haben einen Beitrag zum Klimaschutz der Stadt Frankfurt geleistet“, steht drauf.

Die Umbauten in diesem und im vorigen Jahr senkten die Wattzahl auf der Bühne um 80 Prozent, den Stromverbrauch insgesamt um 50 Prozent. Und der angenehme Nebeneffekt: „Der Hitzefaktor auf der Bühne ist total weg“, sagt Daniela Vollhardt, die 2. Vorsitzende – weil LED-Leuchten nicht heiß werden. „Ich habe es gerade erst selbst erlebt, beim ,Gott des Gemetzels‘, das ist ein Stück mit viel Rennen und Schreien – ich fand’s toll.“

Das Bühnenklima der Schauspieler ist natürlich nicht der Hauptgrund für die Anlagensanierung, die sich das Kellertheater 37 000 Euro hat kosten lassen und die die Stadt mit knapp 46 000 Euro zusätzlich förderte. Heilig erinnert an den Klimagipfel von Kattowitz vom Wochenende und die mäßigen Resultate. „Tatsache ist: Wenn wir nicht als Kommune was tun, kommt der Klimaschutz nicht voran“, sagt sie und gibt bekannt: Das Energie-Förderprogramm für Theater und Bühnen ist verlängert bis Ende 2019.

Prinzipiell sei eine Viertelmillion im Fördertopf, sagt Florian Unger, Projektleiter im Energiereferat, aber dieses Geld werde noch eine ganze Weile reichen. Profitiert haben beispielsweise schon das Gallus- und das Papageno-Theater, die nun ebenfalls klimafreundlich beleuchten.

LED – ist das nicht zu kühl fürs Theater? Braucht man da nicht das sprichwörtlich warme Bühnenlicht? „Es gab Diskussionen aus künstlerischer Sicht“, bestätigt Bettina Sachs, technische Leiterin des Projekts. Das Kellertheater, gegründet 1957, in der Mainstraße seit 1980, hat schließlich Tradition. „Wir haben uns erst mal gründlich informiert.“

Die Vereinsspitze besuchte die Messe Light & Sound, der Mousonturm bestätigte sie in den Plänen. „Und wir waren bei Winfried Becker im Gallus-Theater und haben es uns zeigen lassen“, sagt die 1. Vorsitzende Doris Enders. Am Ende waren alle zufrieden. „Wir hatten immer mit unserer Lichttechnik gehadert, weil sie so veraltet war“, blickt Vorstandsmitglied Fabian Kania zurück. „Es war der perfekte Zeitpunkt.“

Jetzt geht es im Kellertheater noch an die Peripherie, sprich: Die ganze Elektrik bis hin zur Kaffeemaschine soll energiesparsam werden. „Als Nächstes kommen die Kühlschränke dran“, sagt Daniela Vollhardt, vier an der Zahl.

Warum hilft die Stadt? Weil es für die kleinen Theater Kulturförderung gebe und sonst nichts, sagt Florian Unger. Oft wirtschafteten sie an der Grenze zum Existenzminimum. Das Projekt, sich eine ganz neue klimafreundliche Ausstattung zu leisten, sei für die meisten allein nicht zu stemmen.

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