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Vor allem das Elend von Kindern erschüttert die Vereinsmitglieder von ?Luftfahrt ohne Grenzen?. Hier ein jesidisches Flüchtlingsmädchen im Irak. Bild: Frank Franke

English Theatre Frankfurt

Wie Schauspieler Flüchtlingskindern helfen

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Die Darsteller von „Cabaret“ sammeln Spenden für die Frankfurter Hilfsorganisation „Luftfahrt ohne Grenzen“ - die will Flüchtlingskindern im Irak unterstützen.

Am zweiten Weihnachtstag 2004 verwüstete eine gewaltige Flutwelle viele Küstenregionen Südasiens und erschütterte Menschen in der ganzen Welt. Auch die Schauspieler am English Theatre Frankfurt, die damals das Musical Cabaret aufführten, waren tief bewegt und baten Direktor Daniel Nicolai darum, ein Benefiz-Konzert zu organisieren.

Der Erlös reichte damals immerhin für den Wiederaufbau zweier Schulen in Thailand. Und das Benefizkonzert sei seither zur Tradition geworden, wie Nicolai berichtet. Gesammelt wurde schon für Hilfsprojekte des Lions-Clubs, für Mukoviszidosekranke, das Kinderhilfsprojekt Arche oder für Menschenrechtsorganisationen.

Auch in diesem Jahr wird wieder Musik gemacht und zum Spenden aufgerufen, diesmal für die Hilfsorganisation „Luftfahrt ohne Grenzen“, die ihren Sitz in Frankfurt hat und weltweit im Einsatz ist. Zufälligerweise ist auch in der Geschichte der Hilfsorganisation der 26. Dezember 2004 ein Wendepunkt gewesen, wie die stellvertretende Vorsitzende des 2003 gegründeten Vereins, Marie-Luise Thüne berichtet.

„Für uns begann damals auch eine neue Ära“, sagt Thüne. „Ursprünglich wollten wir vor allem medizinisch helfen und die Logistik anbieten. Und plötzlich war der Fokus ein ganz anderer. Seither sind wir vor allem bei Natur- und humanitären Katastrophen im Einsatz.“ Aktuell ist der Verein besonders im autonomen irakischen Kurdengebiet aktiv.

Vereinsmitglied Guido Holz ist gerade erst am Sonntag von einem Einsatz in Mossul zurückgekehrt und hat erschütternde Bilder aus einem riesigen Flüchtlingslager am Rande eines völlig verwüsteten Dorfes mitgebracht. Da hier nur Binnenflüchtlinge aus dem Irak hausen, deren Flucht im eigenen Land endete, sind die Vereinten Nationen nicht zuständig, und „Luftfahrt ohne Grenzen“ ist eine der wenigen hier vertretenen Hilfsorganisationen.

Computerzentrum aufgebaut

Und doch keimt hier, auch dank der Hilfe aus Deutschland, Hoffnung. Der Verein bringt nicht nur Kleidung, Decken oder Babynahrung hierher, sondern hat auch ein kleines Computerzentrum aufgebaut, in dem Kinder und Jugendliche den Umgang mit der Technik lernen - vielleicht ein erster Schritt zu einer Ausbildung.

Für das diesjährige Benefiz-Konzert tritt im English Theatre übrigens wieder eine Schauspiel-Truppe auf, die aktuell mit großem Erfolg „Cabaret“ spielt. Am Sonntag, 27. Januar, haben die Musicalsänger einen Auftritt abseits ihrer Bühnenshow.

Die Schauspieler verzichten auf eine Gage, für sie ist das Konzert bei strammem Programm – täglich außer montags läuft abends ja auch das Musical – zusätzliche harte Arbeit, aber auch ein Dankeschön und ein Zeichen des sozialen Engagements.

Das Konzert im Überblick: Am Sonntag, 27. Januar, 14 Uhr, beginnt im English Theatre Frankfurt, Gallusanlage 7, ein Benefiz-Nachmittag für die Hilfsorganisation „Luftfahrt ohne Grenzen“. Das Ensemble der aktuellen Inszenierung von „Cabaret“ präsentiert Musical-Hits und Pop-Songs. 

Karten für die Show und ein Kuchenbüfett kosten 66 Euro. Die gesamten Einnahmen gehen an „Luftfahrt ohne Grenzen“. Tickets gibt es unter 
Tel. 069/24 23 16 20. aph

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