Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Uniklinik Frankfurt setzt bei ihren Studierenden auf die 2G-Regel.
+
Die Uniklinik Frankfurt setzt bei ihren Studierenden auf die 2G-Regel.

Corona-Regeln

Uniklinik Frankfurt: Studieren nur mit 2G

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
    schließen

Die Universitätsklinik Frankfurt startet das neue Semester mit strengen Corona-Regeln. Wer nicht geimpft oder nicht genesen ist, muss draußen bleiben.

Frankfurt am Main – Ohne Corona-Impfung nicht in den Vorlesungssaal: Wie an allen hessischen Hochschulen, so gibt es auch an der Frankfurter Universitätsklinik wieder Präsenzveranstaltungen. Doch hier sind die Regeln besonders streng. Wer weder geimpft noch genesen ist, darf nicht auf den Campus. Damit setzt die Klinikleitung ihren strikten Kurs fort, der im Frühjahr vergangenen Jahres mit einem absoluten Besuchsverbot begann. Auch für Besucherinnen und Besucher von Patient:innen hat sie vor einigen Wochen 2G eingeführt. Nur wenige andere Krankenhäuser in Hessen folgen bislang diesem Beispiel. An der zweiten hessischen Universitätsklinik, der privatisierten in Gießen-Marburg, gilt lediglich 3G – auch Getestete haben Zutritt.

Das ist Jürgen Graf angesichts der unsicheren Ergebnisse der Schnelltests zu riskant. Oberstes Gebot, sagt der ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Universitätsklinik, sei der Patientenschutz und der Erhalt der Funktionsfähigkeit des Hauses. Alles andere sei dem unterzuordnen.

Robert Koch-Institut: Ungeimpfte mit zwei- bis dreifachem Covid-Ansteckungsrisiko

Klare Regeln für die Studierenden seien auch vom Fachbereich Medizin erwünscht und vereinfachten den universitären Alltag in Präsenz. 2G bedeute auch nicht eine komplette Rückkehr zur Normalität. In Innenräumen herrsche weiter Maskenpflicht und sei auf Abstand zu achten. Auch Geimpfte könnten schließlich ansteckend sein. Doch Ungeimpfte hätten im Vergleich zu Geimpften ein zwei- bis dreifach höheres Ansteckungsrisiko. Zu diesem Ergebnis komme das Robert Koch-Institut.

„Zur Berufsausübung gehört eine bestimmte Grundhaltung“, sagt Graf. „Ich finde es wichtig, im Studium auch zu vermitteln, dass ihr Beruf von ihnen verlangt, dass sie das Wohl des Patienten insbesondere berücksichtigen und auch vor Eigeninteressen stellen müssen.“ Eine Zahl von Studierenden „im niedrigen zweistelligen Bereich“ sehe das anders und bemühe sich um eine Ausnahmegenehmigung. Nur ein einziger Fall ist ihm bekannt, der sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen kann.

2G contra 3G

Schnelltests sind laut Robert-Koch-Institut unsicher. Speziell zu Beginn einer Infektion oder bei fehlerhafter Durchführung steige das Risiko eines falsch-Negativen Ergebnisses. PCR-Test sind etwas sicherer.

Bei einem Impfdurchbruch komme es fast nie zu einer Erkrankung mit einem schweren Verlauf. Geimpfte hätten ein zwei- bis dreifache niedrigeres Ansteckungsrisiko als Ungeimpfte.

Bei einer 3G-Veranstaltung sei ungewiss, wie hoch der Anteil der Ungeimpften ist. Je höher ihr Anteil, desto höher das Risiko einer Infektion. Dies steigt mit den Inzidenzen.

Für alle gilt: Je mehr die Hygieneregeln eingehalten wird, desto geringer ist das Ansteckungsrisiko. jur

Ein ganzes Jahr gab es keine Präsenzveranstaltungen. Mit dem Semesterbeginn kommen wieder mehr Leute auf das Klinikgelände nach Niederrad: 3500 Menschen zusätzlich. Damit wächst die potenzielle Infektionsgefahr. Die Strategie der Klinikleitung: Erst mal mit strengen Regeln beginnen und gegen Jahresende schauen, wie sich die Lage entwickelt. „Wir werden das sehr genau evaluieren“, sagt Graf. Wichtigster Parameter: die Infektionszahlen bei den Beschäftigten. „Hierzu haben wir über die letzten Monate Vergleichszahlen.“

Corona-Virus – Ärztlicher Direktor: „Eine einzige Mutation könnte den ganzen Verlauf ändern“

Denn wie sich die Corona-Pandemie entwickle, sei völlig offen. „Keiner kann seriös sagen, wie sich das Geschehen weiter entwickelt.“ Sicher sei, dass mit der kalten Jahreszeit der Bedarf nach stationärer Behandlung wachse. Die ersten Influenzafälle gebe es auch schon. „Wir erwarten insgesamt einen Anstieg der Patientenzahlen saisonaler Infektionen im Winter.“ Doch auch Covid-19 sei immer noch für Überraschungen gut. „Eine einzige Mutation könnte den ganzen Verlauf ändern“, sagt er. Die Erfahrung zeige: „Man muss damit rechnen, dass Lockerungen auch zu mehr neuen Infektionen führen“.

Wie viel ist uns die Gesundheit wert? Dieser Fragestellung weiche die Politik noch immer aus. „Es fehlt aus meiner Sicht der Diskurs darüber, wie viel Ressourcen wir wechselseitig bereit sind zu investieren“, sagt Graf.

„Das heißt für Corona auch, wie viele saisonale Infektionen und damit auch schwer Kranke und Verstorbene kann, will und muss gegebenenfalls eine Gesellschaft akzeptieren.“ (Jutta Rippegather)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare