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Nachwuchs, nicht nur pflanzlich: Kinder bei der Eröffnung der Erntedank-Ausstellung.

Palmengarten in Frankfurt

Palmengarten ist bereit für den Herbst

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Der Palmengarten im Frankfurter Westend dankt schon mal für die Ernte - mit vielen Sonnenblumen und Kürbissen. Am Wochenende wird dann gefeiert.

Manche Leute sind ja unverbesserliche Optimisten. Die Leute im Palmengarten etwa: Obwohl inzwischen jeder weiß, dass die Sache mit den Jahreszeiten (Frühling, Sommer, Herbst, Winter – in dieser Reihenfolge, Ältere erinnern sich) nicht mehr so sicher ist wie früher, gehen sie im Palmengarten fest davon aus, dass auch 2018 ein Herbst zu erwarten sei. Ja, sie haben ihm zu Ehren sogar am Mittwoch eine herbstliche Erntedank-Ausstellung eröffnet, und am Wochenende feiern sie zusätzlich ein Herbstfest.

Die haben halt Mut, die Leute im Palmengarten, aber auch ein gewisses Gottvertrauen. Verwaltungschef Bernd Ochs begrüßt die Eröffnungsgäste mit dem Hinweis, dass der Erntedank einst in erster Linie dem lieben Gott galt und dass die US-Amerikaner aus dem Anlass sogar einen Feiertag mit Familienfest haben. „Eine gute Ernte ist nicht selbstverständlich“, sagt Ochs in Vertretung der neuen Palmengarten-Direktorin Katja Heubach, die diesmal noch verhindert ist.

Der heiße und trockene Sommer habe mancherorts ein „Desaster“ verursacht. Eines stehe fest, mahnt der Manager. „Geld kann man nicht essen“, es sei dafür da, Dinge zu kaufen, die wir essen können. Mitunter kauften die reichen den armen Ländern Lebensmittel ab, die am Ende dort fehlten, sagt Ochs. Er setzt damit die Tradition des Palmengartens fort, zum Erntedank dem Publikum ruhig ein wenig ins Gewissen zu reden, Motto: Uns geht’s gut, schaut mal, was wir alles haben und wie wenig die anderen – denkt mal drüber nach.

Die Sonnenblume ist wieder einmal die strahlende Königin der Erntedankausstellung, auch in fotografierter Form von Kustodin Hilke Steinecke, und der Kürbis ist ihr Küchenmeister. Außerdem gibt es alles zu sehen, was schön ist, nahrhaft und lecker. Dahlien und Rosen zählt Ochs auf, Physalis, Artischocken, Mohn – „gibt’s auch Zucchinis?“, kräht ein Mädchen dazwischen. Die Engelbert-Humperdinck-Schule hat nämlich eine Delegation geschickt, die den Herbst deutlich jünger und frischer macht als vorangegangene Herbste. Die Kinder haben den Auftrag, Szenen der Ausstellung zu „fotografieren“, und zwar mit selbstgebastelten Ritsch-ratsch-klick-Kameras aus Papier, und dann den Bildausschnitt der Einfachheit halber zu malen. Sieht doch gleich viel besser aus.

Jonas Glaser und sein Team haben die Galerie am Palmenhaus herrlich bunt gestaltet, diesmal mit klaren Wegen, einem großen Rundgang und vielen Hochbeeten. Dafür gibt’s sogar ein Lob von Heribert Eid, der den Job bis 1993 machte. Brotlaibe, eine alte Waage und schwebende Glasflaschen als Blumenvasen sind Hingucker. Die Stadtgruppe der Kleingärtner präsentiert ihre Produkte und macht die Kinder schlau.

Noch mehr für Gaumen und Auge verspricht das Herbstfest am Wochenende mit Musik, Karussell, Bastelei, Kinderspielen, Bilderbuchkino, Kürbisverkauf, vielen Ständen und Laternenumzug.

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