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Kurze Probenpause: Shaun Chambers (li.), der den Igor spielt, und Musical-Director Mal Hall.
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Kurze Probenpause: Shaun Chambers (li.), der den Igor spielt, und Musical-Director Mal Hall.

English Theatre Frankfurt

Ungeheuer witzig

  • Andreas Hartmann
    VonAndreas Hartmann
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Das English Theatre wagt sich endlich wieder an eine große, verrückte Musical-Produktion, die Mel-Brooks-Komödie „Young Frankenstein“.

Die Burg, deren berühmter Name viele schauerliche Assoziationen weckt, liegt nur wenige Kilometer südlich des English Theatre Frankfurt, wo gerade noch die letzten Proben für „die gruseligste Komödie aller Zeiten“ laufen, das Mel-Brooks-Musical „Young Frankenstein“. „Dahin müssen wir unbedingt mal einen Betriebsausflug machen“, sagt Musical-Director Mal Hall lachend.

Obwohl er schon mehrfach am English Theatre gearbeitet hat, dem größten englischsprachigen Theater auf dem europäischen Festland, kennt er die so nahe liegende Burg noch nicht. „Mal schauen, ob wir dieses Mal Zeit haben werden.“ Das wird vermutlich nicht ganz einfach, denn wenn alles gut geht, steht das Ensemble vom 20. November an sechsmal die Woche mit dem verrückten Stück auf der Bühne.

„In London spielen sie acht Shows pro Woche, da ist das für uns in Frankfurt schon ein richtiger Luxus“, meint Darsteller Shaun Chambers, der am English Theatre die Rolle des Igor übernimmt, des eigenartigen Assistenten des Dr. Frederick Frankenstein, Enkelsohn jenes berühmt-berüchtigten Schöpfers der zum Leben erweckten Kreatur, Frankensteins Monster. Der britische Arzt hat vom Opa dessen Schloss irgendwo in Transsylvanien samt Labor geerbt, wo Igor nebst anderen haust und bald auch schon das nächste Ungeheuer entstehen wird.

Die Inszenierung von Regisseur Derek Anderson, dem Frankfurter Publikum bereits von Stücken wie „Sweeney Todd“, „One Flew Over the Cuckoo’s Nest“ oder „Secret Life of Humans“ bekannt, ist eine Hommage an die Schwarz-Weiß-Kinoklassiker, die Mary Shelleys inzwischen schon gut 200 Jahre alten Roman bis heute fast sprichwörtlich legendär machen.

Young Frankenstein im English Theatre Frankfurt

„Young Frankenstein“ ist ein Musical nach dem gleichnamigen Film des US-Comedians Mel Brooks, der auch die Musik geschrieben hat. Im English Theatre Frankfurt, Gallusanlage 7, feiert es Premiere am Samstag, 20. November, und läuft hier in englischer Sprache voraussichtlich bis zum 6. März kommenden Jahres.

Regie führt wieder - inzwischen schon alt bewährt - der Brite Derek Anderson, Musical Director ist Mal Hall. Auf der Bühne stehen zwölf Schauspieler:innen, live begleitet von einer sechsköpfigen Band.

Erstmals gilt dann die Zwei-G-Regel (nur Geimpfte und Genesene). Das bedeutet: Der Zuschauerraum darf wieder voll besetzt werden, im Haus gilt keine Maskenpflicht mehr. Besucher:innen sollten unbedingt neben ihrem Impfpass auch einen Personalausweis dabei haben. Um Warteschlangen zu vermeiden, wird der Haupteingang verlegt. Nur bei Schulvorstellungen ist der Eintritt auch für Getestete noch möglich.

Karten gibt es beim English Theatre Frankfurt, Telefon 069/242316 20, www.english-theatre.de. (aph)

„Ich finde, es ist die ideale Show, um nach der Pandemie-Pause zurückzukommen, so witzig, bunt und verrückt. Man könnte fast meinen, wir hätten Young Frankenstein deshalb ausgesucht“, sagt Hall. „Aber wir hatten es schon lange vor Corona geplant. Also, keine Absicht, aber es passt gut.“

Gespielt wird – wie immer – auf Englisch. Nun ist zwar der Schöpfer des Stücks, Mel Brooks, Amerikaner, „aber es ist sehr britisch, auch bei den Witzen“, findet Chambers. „Ich bin schon gefragt worden, ob das schwierig zu verstehen sei für Nicht-Muttersprachler. Aber ich glaube es nicht.“ Großartig seien die vier Wochen Proben des Ensembles in London gewesen, seit dieser Woche proben die zwölf Schauspieler:innen aus Großbritannien nun hier im Theater. Die Musiker der sechsköpfigen Band sind aus Deutschland. „Und die verstehen trotzdem diesen Monty-Python-Humor“, meint Hall anerkennend.

Alle in der Truppe sind geimpft, dazu wird täglich getestet. „Unser letztes Stück, ,The Girl on the Train‘, haben trotz der Corona-Auflagen 8700 Leute gesehen. Es war wochenlang ausverkauft“, sagt Theaterdirektor Daniel Nicolai. „Wir haben ja registriert, wer zu uns kam, und es hat sich kein einziger Besucher angesteckt. Das hätten wir mitbekommen. Wir sind raus aus der Kurzarbeit, wir bekommen keine staatlichen Corona-Hilfen mehr, und wir suchen dringen Leute. Wir sind zurück - das ist die Botschaft.“

Mit „Young Frankenstein“ wechselt sein Haus zu 2G, ist nur noch für Geimpfte und Genesene zugänglich, außer bei gesonderten Schulvorstellungen. „Das bietet dem Publikum einen viel schöneren Abend im Saal und in der Bar, ohne Masken, ganz wie vor Corona.“

Das Team jedenfalls freut sich schon auf die Premiere am 20. November. „Ich glaube, wir haben uns alle so sehr danach gesehnt, hier zu sein“, sagt Chambers. Man müsse sich das mal bei Sportlern vorstellen, 18 Monate ohne Training! Um nicht aus der Übung zu kommen, habe er während des Lockdowns mit seinem Vater ein provisorisches Studio im Garten gebaut. „Da konnte ich dann den ganzen Tag singen, ohne jemanden zu stören.“

Er habe in dieser Zeit einige Monate lang als Verkäufer in einem Supermarkt gearbeitet, berichtet Hall. „Das fand ich ziemlich interessant, aber ich freue mich doch sehr, dass ich wieder Theater machen kann. Das ist doch mein Beruf. Und jetzt wieder in Frankfurt sein – das ist fast wie nach Hause kommen!“

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