Nicht jedes Kind kommt in Frankfurt auf seine Wunschschule.
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Nicht jedes Kind kommt in Frankfurt auf seine Wunschschule.

Schule

400 unerfüllte Schulwünsche in Frankfurt

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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In Frankfurt können etwa 400 Grundschulkinder nicht auf ihre gewünschte weiterführende Schule wechseln. Das sind weniger als in den Jahren zuvor. Das liegt auch an den neuen Gymnasien.

Bei Julia Frank klingelt derzeit nicht ständig das Telefon. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise bestürmen verzweifelte Mütter und Väter um diese Zeit des Jahres den Stadtelternbeirat: Die Familien erfahren gerade, auf welche weiterführende Schule ihr Kind nach dem Sommerferien gehen wird, die Bescheide trudeln in diesen Tagen ein. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Tränen am Briefkasten, weil das Kind nicht seine Wunschschule erhalten hatte. Und dann riefen Mütter und Väter ratsuchend beim Stadtelternbeirat an. „Dieses Jahr geht es“, sagt die Stadtelternbeirätin. „Wir hatten bisher vielleicht zehn oder zwölf Anrufe.“

Dass es weniger Anrufe als in den Jahren zuvor sind, liegt möglicherweise daran, dass es in diesem Jahr weniger Zuweisungen gibt. Haben in den vergangenen Jahren immer etwa zehn Prozent der Viertklässler keinen Platz an einer ihrer Wunschschulen erhalten, so sind es in diesem Jahr nur knapp sieben Prozent. Das sind immer noch etwa 400 Schülerinnen und Schüler, die nun eine Schule besuchen müssen, die sie sich nicht ausgesucht haben. Im vergangenen Jahr waren es 530.

Schulwechsel

5 850 Kinder werden in die fünfte Klasse einer öffentlichen Schule wechseln,.

An die IGS 1 900 davon , 2 800 an Gymnasien oder Gymnasialzweige der KGS, 700 an Realschulen, 180 an Hauptschulen und 80 an die Förderstufe. sabu

An den Gymnasien hat sich die Situation deutlich entspannt. 170 Schülerinnen und Schüler bekamen keine ihrer Wunschschulen, fast 100 weniger als im Vorjahr. Das Staatliche Schulamt führt das auch darauf zurück, dass „die sich noch im Aufbau befindlichen Schulen mittlerweile sehr viel mehr gefragt sind“, heißt es in einer Mitteilung der Landesbehörde.

So entschieden sich so viele Familien für das 2016 gegründete Gymnasium Nord als Erstwahl, dass es fast 80 Kinder ablehnen musste. Das Adorno-Gymnasium, das im vergangenen Sommer von Höchst ins Westend gezogen ist, konnte nicht mehr alle Zweitwünsche aufnehmen – anders als in den Jahren zuvor wurden dort keine Kinder mehr zugewiesen. Das 2018 eröffnete Gymnasium Römerhof hatte nach der Aufnahme der Erst- und Zweitwünsche nur noch zwölf Plätze für Kinder mit dem Wunsch nach Spanisch als erster Fremdsprache, die an ihrer bevorzugten Schule nicht aufgenommen werden konnten.

Für Stadtelternbeirätin Frank „spiegeln die Zahlen wider, was wir vermutet haben: Die Eltern haben taktisch gewählt“. Das sehe man am Adorno-Gymnasium, das jahrelang freie Plätze gehabt habe. Eltern glaubten, dort auch noch mit einer Zweitwahl einen sicheren Platz zu haben. Doch das Adorno wurde nach dem Umzug ins Westend in diesem Jahr erstmals so stark angewählt, dass es unter den Zweitwünschen seine letzten Plätze verlosen musste. Plätze, die jahrelang zugewiesen werden mussten.

Keine Entspannung gibt es an den integrierten Gesamtschulen. Im Gegenteil, dort steigt die Zahl der Zuweisungen Jahr für Jahr. Nun müssen zwölf Prozent der Kinder mit IGS-Wunsch einer Schule zugewiesen werden, das sind 227 Schüler. An den Haupt- und Realschulen bekommen alle Kinder ihren Erst- oder Zweitwunsch erfüllt.

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