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Unbekannte sprengen Geldautomaten in Frankfurt

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Von: Judith Dietermann

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Der Schaden an und in der Sparkassenfiliale ist beträchtlich. dpa
Der Schaden an und in der Sparkassenfiliale ist beträchtlich. dpa © dpa

In der Nacht zu Mittwoch erschüttert eine Explosion den Stadtteil Praunheim. Das Foyer ist erheblich beschädigt. Der Tresor im Keller aber unberührt.

Es war ein lauter, dumpfer Knall, der gestern früh gegen 4.30 Uhr durch Alt-Praunheim hallte. „Ich dachte tatsächlich, bei mir im Haus wäre etwas explodiert“, berichtet ein Anwohner in der Graebestraße, der von dem Lärm aus dem Schlaf gerissen wurde. War es aber nicht, sondern eine Explosion in der Filiale der Frankfurter Sparkasse in dem kleinen Ladenzentrum. Zwei maskierte Männer waren in den videoüberwachten Vorraum eingebrochen, hantierten an den Geldautomaten, sprengten zwei davon in die Luft und flüchteten anschließend auf einem Motorroller vom Tatort. Mit oder ohne Beute oder gar dem Tresor ließen Bank und Polizei offen. Aus ermittlungstaktischen Gründen, so heißt das dann gerne im Jargon der Ermittler. Oder um Nachahmer nicht zu animieren.

Am Morgen danach zeigte sich vor der Filiale das gesamte Ausmaß der Explosion: Durch den enorm hohen Druck wurde die gesamte Glasfront zerstört, wurden Türen und Scheiben aus der Verankerung gerissen. Mehrere Meter weit flogen die Splitter über den gepflasterten Vorplatz.

Mit einem Großaufgebot war die Polizei bereits in der Nacht angerückt, der Tatort wurde abgesperrt und nach den Tätern gesucht. Unter anderem mit einem Polizeihubschrauber, der über Praunheim und den Nachbarstadtteilen kreiste. „Da war ich das zweite Mal wach. Es muss so eine halbe Stunde später gewesen sein, bestimmt eine Stunde ist der Hubschrauber geflogen“, schätzt der Nachbar. „Ich hab erst gedacht, der will zum Krankenhaus. Aber das Geknatter ging gar nicht mehr weg.“ Gefasst wurden die Täter trotz des Großeinsatzes bislang nicht.

Von einem Trümmerfeld sprach derweil die Polizei. Die Höhe des Sachschadens sei noch offen, er sei jedoch massiv. Verletzt wurde durch die Explosion niemand. „Die Maßnahmen vor Ort im Zusammenhang mit der Tatortaufnahme und Spurensicherung dauern noch an“, sagte Polizeisprecher Markus Dietz gestern. Das Gebäude sei zumindest nicht einsturzgefährdet, das habe eine erste Einschätzung vor Ort ergeben. Bis in den Vormittag hinein dauerte die erste Bestandsaufnahme. Wie viel Zeit die Aufräumarbeiten sowie die Ermittelung der Schadenshöhe in Anspruch nehmen werden, dazu wollte und konnte der Sprecher keine Prognose abgeben.

Kunden in großer Sorge

In der Zentrale der Sparkasse Frankfurt stand seit den frühen Morgenstunden das Telefon nicht still. „Viele Kunden, die dort Schließfächer im Keller haben, waren in großer Sorge. Wir können jedoch Entwarnung geben. Dort ist alles heil geblieben, die Anlage unbeschädigt und intakt“, sagte Sparkassen-Sprecher Dennis Vollmer. Nicht so allerdings im Selbstbedienungsfoyer darüber. Erheblich sei dieses durch die Explosion beschädigt worden, teilte der Sprecher mit. Dennoch: Wann die Schließfächer wieder genutzt werden können, sei nicht absehbar, so der Vorstandsvorsitzende Ingo Wiedemeier.

Die Polizei sucht derweil weiterhin intensiv nach den beiden männlichen Tätern, zu denen es dank der Videoaufzeichnungen auch eine Beschreibung gibt. Beide trugen eine schwarze Sturmhaube sowie eine Stirnlampe. Einer von ihnen war etwas kräftiger, trug einen grauen Kapuzenpullover, eine dunkle Hose, Handschuhe und schwarze Schuhe mit weißer Sohle. Sein Komplize trug eine schwarze Jacke mit Kapuze, dunkle Handschuhe und Hose sowie ebenfalls schwarze Schuhe mit einer weißen Sohle.

Hinweise zur Tat oder den Tätern nimmt die Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 069 / 75 55 21 99 entgegen.

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