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Klare Position im Schmuckschaufenster: Gesamtmetall gegen Gleichgültigkeit.
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Klare Position im Schmuckschaufenster: Gesamtmetall gegen Gleichgültigkeit.

Frankfurt

Unangepasster Schmuck in extravagantem Dekor

Die Schmuckgalerie Gesamtmetall am Liebfrauenberg blickt zurück auf 25 Jahre gepflegte Anarchie.

Wie eine Apsis macht der Ausstellungsraum von Gesamtmetall einen schwungvollen Bogen und ermöglicht den Eintretenden einen direkten Rundum-Blick. Keine versteckten Winkel oder Ecken. In der Mitte: ein Verkaufs- und Werktisch, der an einen Altar erinnert.

Als „ein Zitat an die Liebfrauenkirche“, bezeichnet der Geschäftsführer Arne Peters den Raum, in dem er seinen und den Schmuck von über 40 verschiedenen Designer:innen ausstellt. Doch die Gestaltung erinnert nicht nur an eine abstrakte Version des Altarraums der Kirche nebenan, sondern auch an eine Theaterkulisse: Die Tür, die in ein als Werkstatt genutztes Kellergewölbe führt, teilt sich die dunkelgraue Farbe mit den Wänden, ist von Weitem kaum als solche zu erkennen. In die Wand sind 25 rechteckige Kammern eingelassen, in denen sich, geschützt durch ein Glas, die Ringe, Ohrringe, Ketten und Broschen mal funkelnd, mal schlicht, mal extravagant präsentieren.

25 Jahre „gepflegte Anarchie“ feiert Gesamtmetall nun am 6. November. Dabei blickt die Schmuckgalerie und Goldschmiede nicht nur auf eine Vielzahl bunt gemischter Schmuckkollektionen zurück, sondern auch auf viele extravagante Dekorationen und Ausstellungen.

Im Sommer 2018 hatte sich das Schmuckgeschäft unter dem Motto „Gesamtmetall gegen Gleichgültigkeit“ klar politisch positioniert: gegen Fake News und das Abtreibungsverbot, gegen die AfD und Tierleid und für eine Stadt für alle. Dabei durften alle Mitarbeitenden das Anliegen ausdrücken, das ihnen am wichtigsten erschien. „Ich bin sehr politisch und bin der Meinung, dass man nur im persönlichen Umfeld wirklich etwas ändern kann“, so Peters. Ein Paar kauft Schmuck seit dieser Ausstellung woanders. „Sie haben sich als AfD-Wähler entpuppt. Es ist mir herzlich egal, dass sie nicht mehr vorbeikommen.“

Während „Weihnachten ohne Grenzen“ prangte ein Peace-Zeichen aus Maschendraht über dem Verkaufsraum. Aus zwei Tonnen Backsteinen baute das Team hüfthohe Mauern, vor den Schaukästen verwehrte Nato-Draht den Blick auf die Schmuckstücke. „Ich wollte zeigen, wie es sich anfühlt, wenn Grenzen vor einem entstehen und der Weg zu gewohnten Dingen plötzlich versperrt ist“, erläutert der Goldschmied. Im Zuge dieser Ausstellung spendete Gesamtmetall fünf Prozent seines Weihnachtsumsatzes an Ärzte ohne Grenzen.

Doch nicht immer haben die Ausstellungen einen so politischen Anstrich. So tauchte die Galerie bereits in Unterwasserwelten ab, für die der gesamte Fußboden mit Sand bedeckt wurde, salziger Geruch und Meeresrauschen füllten den Raum. Ein anderes Mal wandelten Besucher:innen durch eine Winterlandschaft, für die fünf Kilo Federn nötig waren.

Gesamtmetall habe sich nie als Geschäft für teuren Schmuck verstanden. Sicher gebe es Stücke im Wert von mehreren Tausend Euro, aber auch für 30 Euro werde man bereits fündig. „Hier liegen sowohl 2-Karäter als auch Ketten aus Radiergummis. Für uns geht es um Menschen, die sich gerne schmücken. Und zwar nicht mit prunkvollen Stücken, sondern wie Kinder, die sich Blumen in die Haare flechten.“ (Johanna Wenzel)

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