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Der Kleingartenverein Mainwasen fürchtet um seine idyllischsten Gärten.

Stadtplanung

Kleingartenverein fürchtet Kahlschlag

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Der KGV Mainwasen kritisiert den geplanten Umzug der Europäischen Schule - ein Viertel der Gärten könnte wegfallen.

Die Stadtpolitik diskutiert den Umzug der Europäischen Schule in Frankfurt an die Mainwasen, eine Grünfläche in Sachsenhausen, wo zwei Sportvereine und ein Kleingartenverein untergebracht sind.

Den Sportvereinen VfL Germania 1895 und SV 1894 Sachsenhausen haben Baudezernent Jan Schneider und Sportdezernent Markus Frank (beide CDU) Ersatzflächen an der Offenbacher Landstraße nahe der Hochschule Sankt Georgen angeboten, was die Vereine in einer ersten Reaktion positiv aufnahmen.

Dem Kleingartenverein Mainwasen boten die CDU-Dezernenten allerdings nichts an. Der Vorstandsvorsitzende Klaus J. Tippmann lehnt den geplanten Umzug der Europäischen Schule an die Mainwasen nun rundweg ab.

„Wir befürchten, dass deutlich mehr als acht bis zehn Kleingärten verloren gehen. Es werden eher 25 Gärten sein, darunter zehn der schönsten, die wir haben, die sich direkt an der Flaniermeile am Main befinden.“

Der Kleingartenverein wurde 1936 gegründet. Er hat 107 Gärten in zwei Anlagen. Am Mainwasenweg, nur durch den Grüngürtel vom Main getrennt, sind 32 Gärten. Die übrigen 75 Gärten und das Vereinshaus liegen an der Gerbermühlstraße.

Gerbermühlstraße muss teilweise verlegt werden

Die Stadträte Schneider und Frank hatten in der vergangenen Woche in einer Videokonferenz ihre Pläne für den Umzug der Europäischen Schulen an die Mainwasen erläutert. Die Pläne wurden vom Architekturbüro Wentz und Co. erstellt. Die Gerbermühlstraße muss demnach teilweise nach Süden an die Bahntrasse verlegt werden. Einige alte Bäume würden gefällt.

Dafür bekäme die Europäische Schule einen Standort nahe der EZB, wo viele Eltern arbeiten, deren Kinder auf die Europäische Schule gehen. Die Europäische Schule ist derzeit am Praunheimer Weg in der Nordweststadt untergebracht. Sie braucht dringend mehr Platz, da die Schülerzahl steigt. Die Stadt Frankfurt ist vertraglich verpflichtet, der Schule ein Areal zur Verfügung zu stellen. Die Suche nach einem passende Grundstück hat mehrere Jahre gedauert.

Den Nöten der Europäischen Schule stehen die Sorgen der Kleingärtnerinnen und Kleingärtner entgegen. Viele sind im Rentenalter. Die Hälfte habe einen Migrationshintergrund, sagte Tippmann. Schon beim bei Bau der Osthafenbrücke, die zur Europäischen Zentralbank führt, habe der Verein Flächen lassen müssen. Damals fielen zwölf Gärten weg. Tippmann befüchtet nun „einen weiteren Kahlschlag“.

„Wenn ein Viertel des Vereins verschwinden muss, ist das wie ein Todesstoß für uns“, sagt er.

An eine Erweiterung des Vereins an der Gerbermühlstraße, die von Schneider in Aussicht gestellt wurde, glaubt er nicht. Dort befänden sich Tierschutzvereine, eine Autowerkstatt und Parkplätze für die Gärtnerinnen und Gärtner. „Die Parkplätze werden aber dringend benötigt“, sagt er.

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