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Laurens, David und David (von links) messen, wie viel Holz in ihren Schulheften steckt. monika müller

Schuljahr der Nachhaltigkeit

Umweltschutz im Unterricht in Frankfurt

An der Grundschule Riedberg startet das „Schuljahr der Nachhaltigkeit“. Auf dem Stundenplan steht dann Umweltschutz. Wie nachhaltig sind etwa die klassischen Schulhefte?

In der Klasse 4b an der Grundschule Riedberg standen am Dienstag nicht wie sonst Mathematik oder Deutsch auf dem Stundenplan, sondern das Thema Nachhaltigkeit im Schulalltag. An verschiedenen Lernstationen konnten die Grundschulkinder beispielsweise ihre Schulhefte testen und herausfinden, woran man ressourcenschonendes Material erkennt.

Das Lernmodul „Vom Holz zum Papier“ ist teil des Bildungsprogramms „Schuljahr der Nachhaltigkeit“ mit dem der Verein Umweltlernen in Frankfurt das Thema nachhaltige Entwicklung dauerhaft auf den Lehrplan bringen möchte. Im Laufe eines Jahres organisiert der Verein in den dritten und vierten Jahrgängen mehrere unterrichtsergänzende Einheiten zu Themen der nachhaltigen Entwicklung. Inzwischen beteiligen sich, laut Barbara Clemenz vom Verein Umweltlernen in Frankfurt, 13 Schulen an dem Bildungsprogramm, das finanziell von der FES Frankfurt und der Dr. Marschner Stiftung unterstützt wird.

Die Grundschulkinder sind eifrig bei der Sache. Im Klassenzimmer sind die Viertklässlerinnen Greta (10) und Isabel (9) gerade damit beschäftigt, runde Holzscheite auf eine große Waage zu legen. Als Gegengewicht dient ein Stapel Schulhefte aus Frischfaserpapier. „Im Prinzip geht es darum, herauszufinden, wie viel Holz in einem Stapel Papier steckt“, erklärt Kirsten Allendorf vom Verein Umweltlernen. Für ein Kilogramm Papier würden etwa 2,2 Kilogramm Holz benötigt. „Da ist Recyclingpapier wesentlich ressourcenschonender“. Die neunjährige Isabel freut sich über den Wissenszuwachs: „Ich wusste vieles noch nicht. Deshalb finde ich spannend, was wir hier gelernt haben“, sagt sie.

Der diesjährige Jahrgang hatte das Schuljahr der Nachhaltigkeit eigentlich schon im Frühjahr begonnen. Wegen der Corona-Pandemie musste das Programm unterbrochen werden und wird nun fortgesetzt.

Passend zur Wiederaufnahme erscheint auch eine Broschüre. Die soll einen Einblick in das Programm liefern und andere Schulen überzeugen, sich an einer Bildung für nachhaltige Entwicklung zu orientieren, so Clemenz. Darin enthalten ist auch eine Aktion, die der Klassensprecher Konstantin vergangenen Herbst ins Leben gerufen hat. Schulkinder, die zu Fuß zur Schule gekommen waren, bekamen einen Stempel. „Hier haben immer ganz viele Autos geparkt“, erzählt der Neunjährige. „Die Kinder konnten gar nicht richtig zur Schule laufen“. Die Klasse mit den meisten Stempeln durfte zur Belohnung einen Ausflug machen.

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